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Ignia
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BeitragThema: Erste Kontakte   Mo Jun 19, 2017 4:49 pm

Puuhhh, damit war das geschafft ...
Mit einem Seufzen schob Ignia einen ganzen haufen Zettel zusammen, die vor ihr auf dem Tisch in der Eingangshalle von Rising Leviathans Gildenhaus lagen. Dann lehnte sie sich erst einmal zurück, kippte den Stuhl auf die Hinterbeine, legte die Füße auf den Tisch und fing einfach aus purer Lust und Laune an, den eben noch von ihr genutzten Stift auf ihrer Nase zu balancieren.
Endlich hatte sie die Verträge, die ein paar ihrer Getreuen ihr mitgebracht hatten, vollständig ausgefüllt und unterschrieben. Sie hatte eine Weile gebraucht, da es sich wirklich um viele handelte, aber was man nicht alles machte, um überall im Land Augen und Ohren zu haben, die nach Soldaten aus Caelum ausschau hielten, um sie im Notfall zu warnen.
Und durch die Verträge hatte sie auch festgestellt, dass ein Großteil der Menschen in Fiore wohl ein ziemlich gieriges Pack war. Manche hatten mehr als nur unangebrachte Summen für ihre Dienste verlangt, doch Ignia waren die Hände gebunden. Sie brauchte diese Hilfe, wenn sie nicht innerhalb kürzester Zeit geschnappt und zurück gebracht werden wollte. Vor allem wenn sie nun öffentlich für die Gilde auftrat. Selbst wenn sie in den Städten immer einen großen, ihr Gesicht verbergenden Hexenhut trug und sie sich nur als Ignia vorstellte, ohne ihre restlichen Namen, würde man sie vermutlich recht schnell anhand der Steckbriefe finden, die sicher früher oder später überall hängen würden. Und das gefiel ihr absolut nicht, wenn sie nicht bis dahin genug Unterstützung im Land hatte.
Seit ein paar Wochen hatte sie ja nun die Zugehörigkeit zur Gilde als Schutz. Es war schon lustig, dass sie, bei ihrem ersten Kontakt überhaupt mit einer Gilde, zu einem Gründungsmitglied einer eben solcher wurde. Doch das ließ sie natürlich deutlich bedeutender erscheinen, was sicherlich gut dafür war, dass man den Deal auch ernst nahm und ihr den Schutz gewährte, welcher ihre einzige Bedingung für die Mithilfe bei der Gründung gewesen war.
Nun ja, sie hatte inzwischen einen ganzen Haufen an Verbündeten für sich gewonnen, größtenteils mit einer großen menge an klimpernen Münzen, aber gut, sie hatte genügend davon aus Caelum mitgenommen. Sie hoffte nur, dass der Nachschub an Jewel reichen würde. Immerhin musste sie die Verträge auch aufrecht erhalten. Aber sie hatte genug Leute mitgebracht, die nun hier in der Gilde als Bedienstete aushalfen oder sich in Fiore verteilt hatten, um ein wenig Geld zu verdienen. Ihre Leibwachen gab es ja auch noch, die hin und wieder für kleine, profitable Einsätze los ziehen konnten. Und wenn sie dann schlussendlich auch alles weitere geregelt hatte, dann konnte auch Ignia losziehen, um einige Aufträge zu erfüllen. Vermutlich würde sie wie verrückt arbeiten, um erst einmal noch ein bisschen Geld anzusparen, bevor sie es dann ruhiger zugehen ließ. Aber das würde die Zukunft wohl zeigen.
Jetzt gönnte sie sich erst einmal ein paar Minuten ruhe. Die Verträge waren fertig, womit ihr Tagesziel erreicht war. Sie konnte also jetzt ein wenig Pause machen, bevor sie plante, was als nächstes anstand.
Die Frage nur, was machte sie jetzt ? Eine Beschäftigung musste schon her, das war klar.
Und während sie so überlegte, machte sie das mit einem lauten, nachdenklichen Grummeln auch mehr als klar.

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Mikasa
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Di Jun 20, 2017 4:59 pm

Mikasa hatte sich für den Anfang schon recht gut in der Gilde eingelebt welche sie nun ihr Zuhause nannte. Zumindest fühlte sie sich an diesem Ort wohl und auch sicher, denn es war so gut wie garantiert, dass niemand diesen Ort ausversehen finden konnte. Und soweit sie das beurteilen konnte gab es hier auch niemanden der die Titan Magic beherrschte den sie leider aus dem Leben entfernen musste, was ein weiterer Bonus für sie war. Doch nur eine Sache war sie so wirklich noch nicht angegangen und das war das vernünftige Eingliedern in die Gilde, das hieß der Kontakt mit anderen Mitgliedern. Deshalb fand sie sich heute mal zur Abwechslung aus eben diesem Grund in der Gildenhalle wieder und hielt Ausschau nach jemandem den sie vielleicht mal kennenlernen konnte. Tatsächlich war sie heute nicht alleine hier, ein weiteres Mitglied, Ignia, saß bereits hier und schien zunächst ziemlich beschäftigt und Mikasa zögerte. War nun vielleicht keine gute Gelegenheit sie anzusprechen? Sie kannte die andere nur oberflächlich, immerhin hatte sie sie bereits einige Male gesehen und wusste, dass ihr Name Ignia lautete. Warum war Mikasa nur so schlecht darin solche Signale zu deuten? Achja, weil sie sich den größten Teil ihres Lebens damit beschätigt hatte diese zu ignorieren und jetzt zwischendurch einfach mal dumm darsteht. Doch Mikasa war keine Person die sich von so etwas von ihren Plänen abbringen lassen würde, auch wenn sie ein klitzekleines bisschen unsicherer war als sonst machte sie sich auf den Weg zu der in Nachdenkungen vertieften Magierin herüber und stand einen Moment lang neben ihr, zu ihr herabblickend und mit kaltem Blick und den Mund schiefgelegt zu einem krummen Lächeln welches zunächst ein wenig gezwungen wirkte sich dann aber in ein vernünftiges Lächeln veränderte und ihre allgemeine Miene deutlich aufhellte. "Hallo, ich hoffe ich störe nicht. Kann ich mich einen Moment hier setzen?" erkundigte sich Mikasa bei ihr. "Ich habe mir nur gedacht ich stelle mich mal bei den anderen Mitgliedern ein wenig genauer vor und da trifft es sich gerade, dass du hier bist und nicht wieder unterwegs wie so oft. Ich bin Mikasa Ackerman und wurde von dieser Gilde freundlich in Empfang genommen und möchte das nun ein wenig zurückgeben indem ich mich mit den anderen Mitgliedern gut verstehe. Immerhin sitzen wir hier alle irgendwie im selben Boot, nicht wahr?" Nachdem sie diese Worte geäußert hatte wurde ihr erst bewusst, dass das ein ziemlich lahmer Wortwitz war, wenn auch unbeabsichtigt. Deshalb hoffte sie, dass Ignia sie jetzt nicht als lahm abstempeln würde, das wäre nömlich gar kein guter Anfang! Dann legte sie ihre Waffen ab, immerhin saß sie nun hier und musste ihre beiden, mittlerweile absolut unfähig dazu noch zu schneiden, Schwerter neben sich ab. Diese hatten einen äußerst hohen emotionalen Wert für sie, es war ihr völlig egal ob sie noch als Schwerter zählten oder aber schon Keulen waren. Viel zu häufig hatte sie diese bereits genutzt und noch immer waren sie weder brüchtig noch beschädigt, nur nicht mehr scharf und auch nicht ohne weiteres wieder zu schärfen, dafür waren sie dann doch zu sehr abgenutzt. Die Klingen müssten wenn überhaupt neu geschmiedet werden und das wollte Mikasa nun einmal nicht. Solange es immer noch verdammt weh tat von ihnen getroffen zu werden war es ihr recht. Für sie war nur wichtig, dass diese Klingen noch immer die gleichen waren die ihr Vater so sehr geschätzt hatte.
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Ignia
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Mi Jun 21, 2017 2:22 am

Nicht allzu lange, gerade mal ein paar Sekunden, nachdem Ignia angefangen hatte, leicht vor und zurück zu wippen, hatte man ihre Gedankengänge unterbrochen. Eine Person, eine Frau so wie es aussah, hatte sich neben sie gestellt, so dass die Kronprinzessin den Kopf ein wenig in den Nacken legen musste um zu ihr hoch zu gucken, wobei der Stift auf ihrer Nase ein wenig wackelte, jedoch trotzdem verblüffenderweise seine Balance nicht verlor, wie auch immer sie das anstellte.
Als sie das Gesicht der bisher Fremden sah, kam ihr dieses jedoch sofort bekannt vor. Oh ja, sie hatte einen ganz schön interessanten Auftritt hingelegt und Ignia hatte sogar schon in gewisser Weise mit ihr zu tun gehabt, als sie bewusstlos war, da war es kein Wunder, dass die aktuell Rosahaarige sie sofort erkannte.
Einen Namen wusste sie jedoch nicht. Noch nicht zumindest. Aber das würde wohl noch kommen.
Das erste Lächeln hatte ein wenig gezwungen gewirkt, doch als sie fragte, ob sie sich setzen konnte, ehe sie noch deutlich mehr von sich gab, war ihr Lächeln doch noch ein wenig gelassener geworden. Besser so. Sonst hätte Ignia irgendwann noch laut losgelacht. Und so schnell wollte sie es sich ja auch nicht unbedingt mit den anderen Mitgliedern verderben.
Und so lauschte die Prinzessin erst einmal gespannt, auf ihrem zurückgelehnten Stuhl vollkommen erstarrt, und wartete, bis die junge Dame, die sich als Mikasa Ackerman vorstellte, den Grund für das sich gerade bildende Gespräch genannt hatte. Und dann endete sie mit einem ziemlich tieffliegendem Wortwitz.
Ignia blickte sie noch einen Augenblick an, ob noch irgend etwas kam, dann kippte sie den Stuhl plötzlich nach vorne, schleuderte den Stift regelrecht auf den Tisch, sprang auf, ergriff ohne auch nur zu fragen oder es ihr anzubieten einfach Mikasas Hand und schüttelte diese.
"Riskant, ein Gespräch mit so einem Witzchen anzufangen. Im selben Boot ... Aber hey, ich mag Risiken, also ist das ein Bonuspunkt für dich ... selbst wenn du größer bist als ich ... ! Ich bin Ignia, einfach nur Ignia ! Den Rest von meinem Namen erzähl' ich dir vielleicht irgendwann mal, der is nämlich eeeeeeeeeeeeewig lang ! Und klar kannst du dich setzen ! Hier, moment !", gab sie ein wenig hektisch und mit keiemn Stück zurückgehaltener Aufregung von sich, ehe sie Mikasa regelrecht zu einem freien Stuhl zog, ihr diesen einfach mit einem Fuß in die richtige Position trat, und sie dann beinahe schon darauf herunter drückte. Einen Augenblick später drehte sie eine elegante Pirouette, wobei sie mit einem schnellen Handgriff ihren eigenen Stuhl drehte, so dass dieser mit der Rückenlehne zu ihrer neuen Gesprächspartnerin stand. Und dann ließ sie mit den Händen auf den Sitzplatz fallen, schwang sich ein Stück nach vorne darauf und saß schlussendlich breitbeinig dort, die Arme auf der Rückenlehne abgelegt und den Kopf wiederrum auf ihren Armen. Und aus dieser Haltung starrte sie Mikasa aus großen Augen an, während sie ein wenig unruhig mit den Beinen zappelte.
"Ich hab dich sofort erkannt, weißt du ?", führte sie das Gespräch dann weiter.
"Hast einen ganz schön interessanten Auftritt hingelegt. Ein paar meiner Begleiter, die jetzt für die Gilde arbeiten, haben groß Alarm geschlagen, dass irgendwer auf uns zu paddelt, so dass ein paar Leute direkt für einen Notfall zu den Waffen gegriffen haben. Als du dann an den Docks zusammen gebrochen bist, haben wir dich ins Gildenhaus gebracht, ein paar von den Mädchen haben dich erstmal aus den nassen Kleidern befreit und alles. Während du bewusstlos warst waren ein paar meiner Leute schon dran, du wärst bestimmt eine Sirene oder sowas und würdest uns alle fressen - ich hab ihnen übrigens dafür allen eine Kopfnuss verpasst - und ein paar andere waren nicht sicher, ob du überlebst, weil du ziemlich unterkühlt warst. Im Winter durch das Meer zu schwimmen ist keine so gute Idee. Und jaaaaaaaa~ ... jetzt bist du hier, ein Mitglied der Gilde, willst dich wie du sagst mit allen anderen Mitgliedern gut verstehen ... und hey, noch hast du keinen gefressen, das ist doch ein gutes Zeichen !"
Nach diesem langen Vortrag lächelte Ignia breit und schaute ganz kurz auf ihre Fingernägel, als ihr noch etwas einfiel.
"Oh, ich war übrigens dafür zuständig, dich ein wenig aufzuwärmen. Deine Temperatur war so niedrig, dass man nicht erwartete, dass normales Kaminfeuer und eine Decke dich wieder hinkriegt. Da musste ein wenig ... mehr her ..."
Mit diesen Worten erschuf sie ein kleines Bällchen aus flüssigem Feuer über ihrem Zeigefinger, welches sie dann über ihren Handrücken und die Finger hin und her kullern ließ. Ihr Blick suchte wieder Mikasas Gesicht, während sie die Flamme einfach unbeaufsichtigt weiter herum rollen ließ. Sie war sich einigermaßen sicher, dass dem Gildenhaus nichts passieren würde, wenn so ein kleines Flämmchen auf den Holzboden fiel. Vor allem nicht, da sie es kontrollierte.
"Aber sorry, hier bin ich und quassle fast so viel wie meine Mutter ... nur mit weniger sinnlosem Zeug und gemecker dabei ... Ich kann echt schlimm sein. Ich hoffe ich hab' dadurch jetzt nicht zu sehr über die Stränge geschlagen. Denn eigentlich interessierst du mich schon ziemlich. Man sieht es nicht jeden Tag, das jemand so weit geht, nur um zu einer schwimmenden Festung irgendwo im nirgendwo zu kommen. Mich fasziniert die Person, die hinter so einer Handlung steckt. Sehr sogar."
Bei diesen letzten Worten, bevor sie in abwartendes Schweigen verfiel, schien sie auf einmal viel ruhiger als vorher zu sein. Ihre pupillenlosen Augen, in denen hin und wieder ein leichtes Flackern zu sehen waren, hatten Mikasa fixiert und blinzelten sogar kaum noch. Dadurch sah man die kindliche Freude über diese neue Bekanntschaft - vielleicht ja sogar eine zukünftige Freundschaft, wer wusste das schon, aber der erste Eindruck war ja bisher doch ganz gut gewesen - die ungebändigte Lebenslust der Prinzessin und die aufgewecktheit und aufregung anhand dieser Situation, die sich hier gerade bot. Doch die Stimme war kein bisschen mehr heiter und geradezu lärmig, wie eben noch, sondern klang fast so, als ob sie eine Erklärung forderte, mit leichtem Nachdruck, jedoch nicht zu sehr, um wirklich wie eine direkte Aufforderung zu klingen, wie man zu so etwas kam. Ignias Neugier war geweckt und die Prinzessin in ihr sprach nun, nicht mehr das aufgeweckte, kleine Ding von der ganzen Zeit davor.

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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Mi Jun 21, 2017 4:11 am

Es dauerte keine fünf Sekunden nachdem Ignia ihren Mund öffnete um Mikasa einen scheinbar ziemlich akkuraten Blick auf sie als Person zu liefern. Sie war ein wahres Energiebündel und überraschte damit die sonst so kühle und distanzierte Frau absolut. Sie wollte klarstellen, dass sie gar keinen Witz habe machen wollen, aber da hatte Ignia das Gespräch auch schon zwei Themen weiter fortgesetzt. Sie zwang Mikasa geradezu friedlich dazu sich zu setzen und natürlich hatte sie nichts dagegen einzuwenden immerhin hatte sie ja danach gefragt, doch da wurde ihr schon der Stuhl zurecht geschoben und sie saß am Tisch. Dann erzählte sie ihr noch davon, dass sie sie bereits erkannt hatte und berichtete wie die anderen hier beinahe Alarm geschlagen hätten als sie Mikasa heranschwimmen sahen. Ja, sie war zusammengebrochen und in einem Zimmer wieder aufgewacht. Nun erfuhr sie, dass Ignia dafür zuständig war sie von der Unterkühlung zu befreien und das unterstrich sie auch sogleich mit einer kleinen Demonstration ihrer hitzigen Magie. "Dann muss ich mich bei dir besonders bedanken. Zugebenerweise war es nicht meine schlaueste Idee einfach ins Wasser zu springen und los zu schwimmen. Es dürften gut und gerne 5 Kilometer gewesen sein und ich hatte keinen einzigen logischen Grund es zu tun. Eine ganze Weile lang bin ich einfach ohne Ziel herumgezogen und mich einfach nur darauf konzentriert überhaupt zu leben und in dem Moment in dem ich die Festung gesehen habe wusste ich einfach, dass ich es versuchen musste. Das war ein Impuls, nicht mehr. Aber ich bin sehr froh es getan zu haben." Dann realisierte sie, dass was Ignia gesagt hatte wahrscheinlich auch bedeutete, dass sie Mikasa nackt gesehen hatte was sie einen Moment lang erröten ließ. Sie traute sich nicht direkt danach zu fragen und sie hatte ja auch keinen Grund das zu tun.
Die Art von Ignia jedoch fand Mikasa sehr angenehm. Es hatte etwas belebendes mit jemandem zu reden der sich so sehr und so schnell in der Situation befand, mit soviel Energie dabei war. Eine solche Person hatte Mikasa bisher noch nicht kennengelernt und dementsprechend interessiert war sie auch daran mehr über sie als Person als auch den Umgang mit jemandem wie ihr zu erfahren. "Keine Sorge. Ich genieße es gerne mal eine Weile zuhören zu dürfen. Oftmals bestanden meine sozialen Kontakte eher daraus, dass ich mich für etwas rechtfertigen muss oder jemandem erklären muss warum ich in einer bestimmten Art und Weise handele. Ehrlich gesagt habe ich einen großen Teil meines Lebens lang vermieden sonderlich viel mit Leuten in Kontakt zu sein und bin dementsprechend unerfahren wenn es darum geht ein Gespräch anzufangen, oder aufrecht zu erhalten. Aber wenn es dann erst einmal ins Rollen kommt dann funktioniert es letztlich doch ganz gut. So wie jetzt auch gerade!" sagte sie erfreut und kam damit ganz schön von ihrem eigentlichen Thema ab, fasste sich jedoch nach einigen Minuten wieder. "Entweder schrecke ich Leute bereits mit meinem Äußeren ab oder aber sie blicken mir von vornherein mit Misstrauen entgegen weil ich ihnen nicht sofort alles offenbare. Ein weiterer Grund mich von ihnen fernzuhalten. Doch in dieser Gilde ist das noch nicht der Fall gewesen, auch wenn man sich bisher eher aus dem Weg gegangen ist - willentlich oder nicht." Und sie sagte das, gegenüber einer eigentlich noch völlig fremden Person und widersprach sich im Prinzip damit sogar selbst. Etwas, das ihr noch nie vorgefallen ist und wohl auf Ignia zurück zu führen war. "! Aber mit dir kann ich mich aus irgendeinem Grund unterhalten als ob ich dich schon ewig kennen würde.. ist das seltsam? Bin ich seltsam? Habe ich es vermasselt?" fragte sie erschreckt. Mikasa war nun in einem Zustand den man bei ihr nur wirklich selten sah: Sie war sehr unsicher und fing an tausend Dinge auf einmal zu vermuten und nur das schlimmste zu hoffen. Warum würde man auch mit jemandem reden wollen der so seltsam war? Sie wollte jetzt am Liebsten aufstehen und gehen, doch dann traf es sie wie ein Schlag. Das was sie gesagt hatte und was sie fühlte war definitiv ungewöhnlich und seltsam war das falsche Wort dafür gewesen. Wenn sie es auf diese Weise betrachtete war es nämlich überhaupt nicht schlimm, nur nicht ganz normal.. nein das klang wieder schlecht und ließ ihren Puls eine Sekunde lang in die Höhe schnellen.
MIkasa schloss die Augen und atmete einmal tief durch. Was war das gerade? Achja, sie wäre beinahe in Panik verfallen weil sie das falsche Wort verwendet hatte. Mit so etwas musste sie sich noch nie herumschlagen weshalb es sie wie einen Schlag traf plötzlich auf all diese Dinge achten zu müssen und sie es einfach maßlos übertrieb und diese kleinen Dinge plötzlich zu gewaltigen Problemen heranwachsen ließ. Was machten denn jetzt sozial kompetente Menschen in so einer Situation? Sie würden ganz logisch vorgehen, ja? Also die Situation sachlich erklären um Peinlichkeiten zu vermeiden! Nein, so etwas blieb ungesprochen und wurde von der anderen Person dann einfach erwartet! Erneut atmete Mikasa tief durch und fasste sich dieses Mal tatsächlich. "Manchmal spielen meine Gedanken wirklich verrückt, dafür möchte ich mich einmal entschuldigen. Wenn etwas eine unerwartete Wendung nimmt und ich mir nicht ganz sicher bin werde ich ein wenig unsicher und dann fallen mir immer eintausend Dinge ein die ich am Liebsten alle gleichzeitig sagen würde um es irgendwie zu rechtfertigen, dass ich nicht so recht weiß was ich tun soll." Damit hatte sie eine sehr sachliche Erklärung abgegeben, war dabei ruhig geblieben UND fühlte sich jetzt nicht mehr so als ob das was sie tat absolut unverzeihbar schrecklich war. So eine Panikattacke war schon nicht schön, aber jetzt hatte sie es durchgestanden und eine Erfahrung dadurch gemacht die es ihr in Zukunft sehr viel einfacher machen würde! So lautete zumindest die Hoffnung. "Aber um tatsächlich noch einmal auf das ursprüngliche Thema zurück zu kommen: Ich stamme aus einem kleinen Dorf welches von einer Gruppe Magienutzern zerstört wurde, habe dabei meine Eltern verloren und den Schuldigen Rache geschworen. Eine Geschichte wie man sie sicherlich überall zu hören bekommt. Der Unterschied dabei ist: Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht sämtliche Nutzer dieser Magie restlos auszulöschen und werde nicht eher ruhen bis auch der letzte von ihnen auf die Knie geht und um Gnade winselt." sagte sie wieder gewohnt kühl und in ihrer eigentlichen Art, was das Ganze direkt einfach mal sehr viel ernster als vor noch wenigen Minuten machte.
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Mi Jun 21, 2017 5:16 am

Als Mikasa irgendwann wieder mit sprechen dran war, bedankte sie sich noch einmal bei Ignia, dafür, dass sie geholfen hatte. Nun, für sie war es nichts schweres, jemanden vor der Unterkühlung und dem Erfrierungstod zu bewahren. Ganz im Gegenteil. Ihre Flammen waren so heiß, sie könnte jemanden in einem Gletscher verkochen lassen, wenn sie es wollte. Aber dennoch, eine Danksagung lehnte sie nicht ab, weshalb sie ein strahlendes Lächeln aufsetzte und mit einem fröhlichen Kichern ein wenig vor und zurück wippte.
Die Geschichte, die folgte, war jedoch durchaus etwas, was man nicht alle Tage hörte. Ein einfacher Impuls ? Mitten ins eiskalte Meer ? Und sie war volle fünf Kilometer geschwommen ? Nun, wenn sie es richtig einschätzte zumindest. Aber Ignia hatte die Erfahrung gemacht, dass Leute den Weg häufig kürzer einschätzten, als er wirklich war. Das machte die Sache noch beeindruckender.
Ein normaler Mensch hätte Mikasa vermutlich für so eine dumme Aktion gescholten. Und als Prinzessin war sie eigentlich auch so erzogen, dass sie genau dies tun sollte, aber Ignia war weder eine typische Prinzessin, noch ein normaler Mensch. Und eben deshalb nutzte sie die kleine Pause, als Mikasa errötete, um einen kurzen Einwurf zu bringen. Zudem überspielte sie so die Tatsache, dass sie die peinlich berührte Röte sah. Das war zwar etwas, was man nicht übersehen konnte, doch es zeugte von Anstand, wenn man es einfach ignorierte und nicht darauf herum hackte.
"Impulsive Entscheidungen, aus dem Bauch heraus, sind sowieso meistens das beste. Pläne sind schön und gut, aber wenn man nach dem handelt, was das Herz einem sagt, dann hat man deutlich seltener Dinge, die man bereut."
Was danach kam, war auch noch einmal äußerst interessant. Mikasa genoss es also eher zuzuhören ? Und bisher hatte sie eigentlich meistens nur soziale Kontakte gehabt, die sich aus Rechtfertigungen ihrerseits zusammen setzten ?
Wenn Ignia Mikasa vorher schon recht interessant gefunden hatte, so war dies nun gnadenlos umgeschlagen. Das Interesse war in gewisser Weise etwas, was sie verdrängte. Ein viel stärkeres Gefühl machte sich breit: ein Gefühl der Verbundenheit.
Die bisherige, interessierte Neutralität war nun eine deutliche Sympathie für die Frau. Ignia wusste genau, wie so etwas war. Als Kronprinzessin Caelums hatte sie nie irgend einen Schritt machen dürfen, ohne in irgend einer Art und Weise eine vielleicht nötige Rechtfertigung bereitliegen zu haben. Selbst wenn sie spät abends noch im Gemach ihres Bruders, Pent, gewesen war, um ein paar seiner Geschichtsbücher zu lesen und mit ihm über die Informationen darin zu diskutieren, hatte man eine Rechtfertigung erwartet, warum sie denn nicht früher zu Bett gegangen war, Pent wach hielt oder auch mal einfach nur, warum sie sich die Bücher nicht ausgeliehen hatte, sondern dafür unbedingt ihren Bruder von möglicherweise anstehenden Dingen ablenkte. Jede Aktion hatte eine Konsequenz gezogen. Und Ignia hatte sich angewöhnen müssen, für jede dieser Konsequenzen eine Ausrede oder einen guten Grund bereit zu haben.
Doch Mikasa war mir ihren Erzählungen noch nicht fertig. Sie sprach davon, dass sie viele bereits mit ihrem Aussehen abschreckte und man ihr misstraute, da sie nicht sofort so viel von sich erzählte, wie andere Menschen es vielleicht taten. Beides Punkte, die in Ignia ein wenig sauer aufstießen. Doch dazu konnte sie erst später etwas sagen, denn Mikasa schien auf einmal einen kleinen ... nun ... Anfall zu haben.
Sie fragte, ob sie seltsam war und ob sie es vermasselt hatte, drehte scheinbar völlig am Rad und musste mehrmals zwischendurch tief ein und aus atmen. Ignia schüttelte währenddessen nur den Kopf und sagte ein paar beruhigende Worte.
"Keine Sorge, alles in Ordnung. Ob man nun seltsam ist oder nicht, was macht das schon, wenn es zumindest ein paar Leute gibt, die dich akzeptieren ? Hier gerade ist alles in Ordnung, du hast nichts vermasselt, bleib einfach ruhig, ja ?"
Man merkte an Ignias Verhalten, dass sie ähnliche Dinge gewöhnt war. Sie wusste, wie man mit Leuten umsprang, die dachten, sie hätten irgend einen Fehler gemacht. Sie war eine große Schwester. Das älteste Kind ihrer Familie. Und dazu auch noch das große Vorbild von allen, teilweise Jahrelang als unfehlbares Genie angesehen. Alle ihrer Geschwister hatten etwas dieser Art mal durchgemacht, wenn sie meinten, sie hätten etwas falsches getan und Ignia erzürnt oder dergleichen.
Und eben deshalb strahlte sie auch gerade eine unglaubliche Ruhe aus. Ein sanftes Lächeln, während sie ihre Feuerkugel ein wenig heller Flackern ließ, wie ein Licht, um sich daran in der Realität zu halten und nicht in den negativen Gedanken und Befürchtungen zu verlieren.
Ob irgend etwas davon geholfen hatte, oder ob Mikasa schließlich von alleine wieder ihre Ruhe zurück gewann, konnte sie natürlich nicht beurteilen, doch sie war froh, als es soweit war. Sie spürte jedes mal, wie Mitleid in ihr aufflammte, wenn Leute etwas derartiges durchmachen mussten. Es war schrecklich, wenn man sich selbst Vorwürfe machen musste. Das wusste Ignia.
Sie machte sich jeden Tag Vorwürfe dafür, ihre Geschwister zurück gelassen zu haben.
Als Mikasa sich dann entschuldigte, winkte die Prinzessin einfach nur mit einem Lächeln ab. So etwas machte doch wirklich nichts.
"Jeder hat seine kleinen Problemchen und Macken, dafür muss man sich entschuldigen. Wenn ich mich für alle meine sozial nicht vollkommen verständlichen Macken entschuldigen und rechtfertigen würde, dann käme ich ja nie dazu was anderes zu sagen, also zur Hölle damit !", gab sie ein paar aufmunternde Worte von sich, die sie auch genau so meinte. Und in der Tat würde sie wohl kein anderes Wort mehr als "entschuldigung" sagen, wenn sie in einem privaten Gespräch war, so oft wie sie neben der Spur war und einfach irgend etwas vor sich hin laberte, was mehr als nur unangebracht war, oder derartiges.
Und dann erzählte Mikasa noch etwas zu ihrer Lebensgeschichte. Durchaus interessant. Nicht allzu angenehm, was ihr passiert war, aber dennoch interessant.
"Das mit deinen Eltern tut mir leid. Es muss schrecklich sein, jemanden zu verlieren, der einem so nahe steht. Ich kann es jedoch nicht nachvollziehen, ich habe noch niemanden aus meinem direkten Familienkreis verloren. Zum Glück."
Sie kratzte sich ein wenig unbeholfen am Kinn, ehe sie fortfuhr.
"Und ich kann deinen Durst nach Rache, deinen Hass, in diesem Fall zumindest ein wenig verstehen. Ob die Rache an restlos jedem Magier mit dieser Magie der richtige Weg ist, bezweifle ich, doch jedem steht offen, seinen eigenen Weg zu wählen. Ich bin sicher es gibt auch Leute unter diesen Magiern, mit denen du dich an sich anfreunden könntest, aber solange du damit Leben kannst, auch solche Leute zu töten, werde ich dir da nicht rein reden, das steht mir auch garnicht zu. Zumindest solange, wie es niemanden aus meinem Familien- oder Freundeskreis betrifft ... Am besten ich weiß garnicht um was für eine Magie es sich handelt, sonst laufe ich nur herum und mache mir permanent Sorgen, dass irgendwer diese Magie aus irgend einem Grund erlernt. Bei der Flamme Caelums, ich hab' keine Lust in Sorgen zu versinken."
Erst im Nachhinein fiel ihr nun auf, dass sie ein Sprichwort aus Caelum verwendet hatte. Sie schlug sich eine Hand vor den Mund und blickte kurz von sich selbst überrascht drein, dann ließ sie die Hand wieder sinken und kicherte betreten.
"Da war mein Mund zu schnell. Das erzähle ich ja eigentlich nicht jedem, aber jetzt is' es wohl raus. Ich bin in Caelum geboren und nach Fiore gereist. Aber außerhalb der Gilde soll das am besten keiner wissen.", erklärte sie schnell. Die genauen Hintergründe behielt sie für sich. Doch das Thema war ein perfekter Übergang zu dem, was sie vorhin noch hatte sagen wollen ! Ha, selbst wenn sie vollkommen daneben zielte und Mist baute, war sie noch gut !
"Um noch einmal kurz auf etwas zurück zu kommen, was du gesagt hattest ... du meintest, die Leute würden dir misstrauen, weil du ihnen nicht alles erzählen würdest. Nun, dann such nicht weiter als bis hierher, wenn du nach einem Mädchen suchst, dass vermutlich noch deutlich schlimmer ist. Ich verrate ja nichtmal jedem dahergelaufenen Menschen meinen vollen Namen, sondern nur den ersten meiner vielen Vornamen. Ich verstehe also, wie es ist, wenn niemand einem über den Weg traut. Der Unterschied ist lediglich, dass sie bei mir nicht, wie du es von dir sagtest, vom Aussehen abgeschreckt werden. Man versucht hierzulande eher mich anzuflirten, als das man mir ausweicht."
Jetzt wurde Ignias Grinsen auf einmal äußerst frech und sie blickte Mikasa schief und mit hochgezogener Augenbraue an.
"Und eigentlich bist du doch auch eine ganz hübsche Lady. Etwas weniger düster gucken, vielleicht ein wenig anders stylen und ich wette man würde dir überall zu Füßen liegen ... ob das dein Ding ist, ist natürlich eine andere Sache."
Und nach diesen Worten war es nun wohl soweit, dass auch Ignia ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte.
"Sooooooo~ ! Und da du so nett warst, mir etwas über dich zu erzählen, kriegst du im vollkommen ... ähm ... sozialen Handel ? Kann man das so sagen ? Ach, egal ! Auf jeden Fall kriegst du auch ein wenig über mich zu hören !"
Sie räusperte sich melodramatisch, holte tief Luft und fing dann mit erhobenem Finger und geschlossenen Augen an, ein paar Dinge regelrecht herunter zu leiern.
"Ich bin in Caelum geboren, als ältestes Kind, solange man meinen Adoptivbruder nicht zählt, einer Adelsfamilie. Ich habe fünf jüngere Geschwister, soll natürlich das nächste Oberhaupt der Familie sein und unseren Namen weiterführen. Das hat unter anderem auch etwas mit meinem Talent für die in unserer Familie vererbten Magie zu tun. Nun ja, dementsprechend war mein Leben nur bestehend aus Zwang, wohl bedachtem Handeln, Traditionen und all diesem doofen Zeug ! Man merkt sicherlich, dass ich nich' so unbedingt gerne groß auf Adel tue oder sowas, ich mag's viel lieber locker und fröhlich ins Leben zu gehen und nicht so übel verklemmt wie viele meiner Familienmitglieder. Ich habe ja sogar manchmal für meine saloppe Aussprache mächtig Ärger gekriegt. Nicht schön, wenn man im Adel ärger kriegt, weil man sich falsch verhält, das kann ich dir sagen. Naja ... Irgendwann wollte meine Mutter dann, dass ich an einen Kerl verheiratet werde, den ich im Leben noch nie gesprochen habe, einfach nur weil er ein guter Kämpfer ist. Ich habe ihn ein Turnier gewinnen sehen und mehr weiß ich von ihm nicht, nichtmal sein Name fällt mir aktuell ein. Und wer hätte es gedacht, das fand ich nicht ganz so angenehm, also bin ich einfach abgehauen, hab mir das erstbeste Schiff besorgt, oder eher ich hab einen Handel mit dem Kapitän und den Matrosen getroffen, und wurde dann mit einigen meiner alten Bediensteten, Leibwachen und ein paar Getreuen her gebracht. Und jetzt will ich hier mein Glück versuchen, Erfahrungen in der Welt machen, mein Leben leben und vielleicht einen passenden Kandidaten für eine von mir gewünschte Heirat finden, wenn ich sowieso dazu gezwungen werde. Wenn ich lange genug unentdeckt bleibe, kann ich mir wenigstens jemanden suchen, den ich auch vorher kennen lernen durfte, was ja schonmal ein Anfang wäre ! Und wenn ich mein Leben lang im Wohnsitz meiner Familie eingepfercht bleibe, dann bringt mir das ja auch nichts. Dann wüsste ich ja nichtmal, wie ich mich verhalten sollte, wenn ein wild gewordenes Stachelschwein irgendwo in der Stadt rumrennt."
Und nach diesem Marathon an Worten holte Ignia erst einmal tief Luft und atmete dann genauso tief aus, bevor sie lächelnd noch ein paar Worte hinzufügte.
"Wie man sieht also recht unterschiedliche Leben, von dir und mir, aber wir beide haben meist eher unschöne Kontakte mit Menschen gepflegt, denke ich. Und ... ähm ... nur um das gesagt zu haben ... weitere Details wären ein wenig ... prekär. Ich will nicht unbedingt meine Familie rein ziehen, also verstehst du sicher, warum ich nicht sage, aus welchem Adelshaus ich stamme und so. Und ich ... gehe einfach mal davon aus, dass du niemandem von Bedeutung im Land oder Männern in einer Uniform aus Caelum irgend etwas sagst. Richtig ?"
Sie hatte Mikasa soweit vertraut, dass sie diese Fragen nun tatsächlich erst im Nachhinein stellte. Eigentlich sehr dumm von ihr, aber die andere Frau schien nett und klug zu sein. Und sie waren Kameraden in der Gilde ! Da konnte man ja wohl davon ausgehen, dass sie nichts weiter erzählte !

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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Do Jun 22, 2017 5:11 am

Mikasa atmete erleichtert auf während sie Ignia so zuhörte bei dem was sie so zu sagen hatte. Es fielen der Magierin nicht nur ein sondern locker ein ganzes dutzend ganz schön großer Steine vom Herzen bei diesem Gespräch mit Ignia, denn zum ersten Mal seit einer ziemlich langen Zeit fühlte sie sich einmal zur Abwechslung verstanden und vor allem sehr verbunden. Sie schaffte es tatsächlich die sonst so ernste und distanzierte Magierin zu beruhigen in einer für sie ziemlich ungewöhnlichen Situation, welche zuvor eigentlich noch alle Alarmglocken geschellt hatte. Ignia meinte es sei nicht weiter schlimm und, dass jeder so seine Macken hatte. Das waren die Worte die Mikasa hören musste um all ihre Zweifel und Ängste im Gespräch zu beseitigen. Sie musste sich nicht ständig und rund um die Uhr Gedanken darüber machen ob sie vielleicht zu laut atmete oder komisch gelacht hatte. Vermutlich würde sie viel besser damit klar kommen wenn es nicht immer nur zufällig passieren würde sondern irgendeinen Sinn machte wann auch immer so eine Panikattacke sich breitmachte. Aber Mikasa war sich sicher dem vollständigen Bezwingen dieser Vorkommnisse heute einen gewaltigen Schritt näher gekommen zu sein. Schließlich hatte sie zuvor noch nie wirklich die Möglichkeit gehabt darüber zu reden und geschweigedenn sogar verstanden zu werden. Und das wichtigste dabei war immer noch sich mal öfter vor Augen zu führen wie unnütz es eigentlich sowieso war sich über solche Dinge in einem solchen Moment überhaupt Gedanken zu machen. Man vergaß nur immer gerne, dass man nicht die einzige Person mit irgendwelchen Gedanken oder Gefühlen war, die vielleicht ebenfalls keine Lust hatten irgendwie wegen so etwas komischem Herauszustechen. Das war unnütz, darauf achtete niemand. Die eigenen Probleme mögen in dem Moment unendlich groß erscheinen, unüberwindbar, doch wenn man sich einfach mal vor Augen führte, dass andere Personen ihre eigenen Probleme hatten und sich dementsprechend gar nicht so dafür interessierten, dass man jetzt vielleicht ein Wort merkwürdig ausgesprochen hatte oder sowas dummes dann wurde einem erstmal wieder bewusst wie übertrieben man eigentlich reagierte. Mikasa nickte nur als Ignia meinte sie würde ihren Durst nach Rache verstehen, auch wenn sie anzweifelte, dass Mikasa wirklich alle Nutzer dieser Magie auslöschen musste. "Ich weiß, dass du damit schon recht hast. Ich habe kein besonderes magisches Gespür dafür ob es sich bei der Person nun um einen Nutzer dieser Magie handelt oder eben nicht. Aus diesem Grund rechne ich gar nicht damit restlos alle von ihnen auslöschen oder überhaupt finden zu können. Aber ich gebe mich bewusst mit der Illusion meinem Ziel näher zu kommen ab und bin damit zufrieden es eben auf die Fälle zu beschränken bei denen es offensichtlich ist." sagte sie und hörte Ignia weiter zu.
Was sie zu erzählen hatte war äußerst interessant für sie und Ignia schien ganz schön in ihren Redeschwall vertieft zu sein. So sehr, dass sie sich sogar verplapperte und Informationen preisgab die sie sonst eigetnlich für sich behalten wollte. Sie war also in Caelum geboren? Mikasa kannte nicht viel über diesen Ort. Sie hatte im Erdkundeunterricht gut aufgepasst, aber mehr als so etwa die ungefähre Lage des Landes hatte sie nicht wirklich im Kopf behalten. "Keine Sorge, das werde ich schön für mich behalten. Es ist auch nicht so als ob ich jemanden kenne würde den diese Information interessieren könnte." warf Mikasa schnell ein und hörte dann weiter zu. Ignia erzählte davon wie Mikasa eigentlich recht hübsch war und das sie definitiv Potential hatte was sie erneut ein wenig erröten ließ. Dann meinte sie noch da Mikasa ihr etwas über sich erzählt hatte machte es Sinn wenn sie es ihr nun gleich tat, was für Mikasa erneut sehr interessant werden durfte. Sie interessierte sich schon für andere Länder und deren Kulturen, Personen die von dort stammten und deren Erlebnisse. Sie war nur nicht die Person die aktiv diese Informationen suchte sondern genoss es sie auf ganz natürliche Weise in eben einem solchen Gesprächsverlauf zu erlangen.
Ignia berichtete davon, dass sie einer Adelsfamilie entstammte und als ältestes Kind der Familie eines Tages das nächste Familienoberhaupt stellen sollte und daraus konnte man sich bereits denken, dass sie Freiheit nie ganz so genießen konnte wie es bei einem Kind der Fall sein sollte. Als sie dann auch noch an irgendeinen Kerl verheiratet werden sollte war sie dann einfach geflüchtet und versuchte es nun hier. Jetzt machte es auch deutlich mehr Sinn, dass sie ihre wahre Identität und Herkunft nicht unbedingt preisgeben wollte. Sie waren beide mehr oder weniger dadurch gezeichnet nicht die besten Verhältnisse zu haben, sozial als auch von der Familie her, und hatten dadurch schon ein wenig gemeinsam. Zumindest konnte Mikasa sich recht gut in die Situation hineinversetzen und das auch wenn sie nie auch nur im Entferntesten mit dem Adel zu tun hatte geschweigedenn jemals eine Person adeligen Blutes wie man so schön sagte getroffen hatte. Das war für sie also das erste Mal und dafür war es eine ziemlich positive Erfahrung. Natürlich war es auf eine Weise auch ein wenig traurig wenn Tradition gebrochen und nicht weiter fortgeführt wurde aber die Leute mussten einsehen, dass vorallem Kinder frei sein wollten. Warum sollten sie etwas tun oder sich gefallen lassen nur weil andere vor ihnen das bereits mussten? Warum konnte man es nicht einfach dabei lassen und einem die Wahl geben? Aus dem Zwang heraus wuchsen Menschen oftmals über sich hinaus, aber das war in einer solchen Situation einfach nicht der Fall. Es gab nichts zu gewinnen, man konnte lediglich akzeptieren in dem Sinne verloren zu haben und seine eigene Meinung aufzugeben. Für Mikasa war so etwas völlig inakzeptabel und sie schüttelte nur den Kopf. "Traditionen sind schön und gut und es ist immer ein wenig schade wenn sie gebrochen werden da es letztendlich selbstauferlegte Entscheidungen sind die von Hingabe künden, doch sie sollten aus Überzeugung heraus weitergeführt werden und nicht aus Zwang. Jemanden zu haben der einem diktiert was passieren wird, ohne irgendeine Form der Selbstbestimmung.. das funktioniert einfach nicht. Eines Tages wird es dann immer jemanden wie dich geben dem das nicht so gefällt und der dann aus der Reihe tanzt. Stattdessen wäre es viel angenehmer für alle Anwesenden wenn es denn der eigene Wille gewesen wäre der zu solchen Entscheidungen geführt hat. Nur leider scheint sich das in den Köpfen der Traditionalisten mit eben diesem Konzept zu beißen." sagte sie und gab dazu ihre Meinung und Einstellung zum Thema bekannt. "Also keine Sorge. Dein Geheimnis ist bei mir wirklich sicher. Ich kann ziemlich gut nachempfinden wie es dir bei all dem ergangen ist, auch wenn ich nie persönlich mit dem Adel oder irgendjemandem davon zu tun hatte. Als Kind fand ich es auch nicht sonderlich interessant was meine Familie mir zu sagen hatte und eine recht lange Zeit habe ich einfach das getan was ich tun wollte, unabhängig dessen was mir gesagt wurde und was ich eigentlich hätte tun sollen. Aber ich habe irgendwann selbst zu mir gesagt, dass mein Leben einfacher wäre einfach für den Moment zu tun was von mir erwartet wurde. Ich sehe das persönlich nicht als Niederlage, sondern einen logischen Schritt um meine eigenen Ziele zu erreichen. Wenn man keinen Zugriff auf Geld hat oder auch damit Leute einen zu respektieren lernen macht man schon einmal Dinge die im ersten Moment vielleicht in sehr starkem Kontrast zu den eigentlichen Zielen und Beweggründen stehen. Nicht etwa weil man den Fehler in seinem Pfad entdeckt sondern um diesen so problemlos wie möglich zu gestalten und das was bereits vorhanden ist einfach als Absprungbrett nutzt von dem aus man ins eiskalte Wasser springen kann - was eine wundervolle Überleitung zu meinem Eintreffen in dieser Gilde ist." Dies war die Erklärung die Mikasa sich nach einigen Überlegungen zurechtlegen konnte und die für sie ein akkurates Bild der Wahrheit repräsentierte.
"An dem Tag an dem ich meine Familie verlor war ich ganz normal in der Schule, hatte mich mit ein paar Jungs getroffen nach dem Unterricht. Die Schule lag ein wenig abseits des Dorfes. Plötzlich waren laute Geräusche aus der Richtung des Dorfes zu hören und es dauerte nicht lange bis die Schuldigen gefunden waren. Es waren Riesen. Oder Titanen. Nutzer der Titan Magic. Menschen von gewaltigen Proportionen. Sie zerstampften Häuser, zerstörten Eigentum und sie fraßen andere Menschen einfach bei lebendigem Leibe auf. Kannibalen.. Monster.. Ich bin so schnell gerannt wie ich konnte um nach Hause zu kommen nur um dort ein besonders hässliches Exemplar dieser Riesen vorzufinden welches gerade damit beschäftigt war meine Mutter zu fressen. Ich weiß nicht genau was danach passiert war. Es ist als ob ich keinen Zugriff auf diese Erinnerungen hätte. Es ist alles ein wenig schwarz und verschwommen. Ich erinnere mich instinktiv in den Keller gerannt zu sein und dort die Waffen meines Vaters ergriff." Demonstrativ holte sie die beiden Schwerter neben sich hervor und legte sie auf den Tisch, selbstverständlich in vollem Bewusstsein über deren Zustand. "Das sind die Waffen mit denen ich zwei Dutzend dieser TItanen niedergestreckt habe und welche ich seit etwa 10 Jahren nutze. Ich weiß, dass sie nun nicht mehr als Metallstäbe sind, doch ich werde mich niemals von ihnen trennen. Jedem Schwertliebhaber werden sich beim Anblick dieser zwe Waffen die Nackenhaare kräuseln und sie werden mich umbringen wollen, aber ich passe gut auf diese Waffen auf. Nach all den Jahren sind sie nur nicht mehr sonderlich scharf, doch ein weiteres schärfen würden sie nicht mehr überleben ohne brüchig zu werden. Das einzige was man machen könnte wäre das vollständige Neuschmieden der Klingen, aber dann würde ich sie nicht mehr die selbe Waffe nennen können. Sie haben eher einen symbolischen Wert für mich, ein letztes Andenken an meine Familie. Außerdem tun sie immer noch verdammt weh wenn ich sie jemandem über den Kopf ziehe.." sagte sie und lachte.
Vielleicht gab es Magie welche ihre Waffen wieder schärfen konnte ohne die Integrität zu beschädigen, doch von so etwas hatte Mikasa noch nicht gehört. Ihre eigene Magie beschäftigte sich mit Metall, eventuell konnte sie da ja ein paar Nachforschungen betreiben. Zumindest würde sich das ganz gut anbieten. "Jedenfalls kennst du nun den Grund für meine Handlungen und bist damit die erste Person die überhaupt etwas von dieser Geschichte erfährt. Ich denke ich muss es dir nicht extra sagen, aber bitte behalte es für dich. Dann haben wir beide etwas was wir nicht weitererzählen sollten, das macht uns zu Freundinnen oder sowas, oder?" sagte sie nun mit einer deutlich aufgeheiterten Stimmung. Sie war nicht unbedingt traurig wegen der Dinge die vor all den Jahren geschehen waren. Stattdessen blickte sie nach vorne, in die Zukunft, denn diese konnte sie ja zumindest noch beeinflussen. Das war eigentlich etwas was sie noch ansprechend konnte was ziemlich interessant war. "Blickst du manchmal in die Vergangenheit und überlegst was wohl wäre wenn du vielleicht eine andere Entscheidung getroffen hättest? Am Anfang habe ich mir immer vorgestellt wie viel anders mein Leben verlaufen wäre wenn es nicht zu dem Vorfall gekommen wäre. Vielleicht wäre ich jetzt mit irgendjemandem glüchlich und müsste mich um nichts sorgen. Zwischendurch kann es ganz interessant sein einfach mal seiner Fantasie freien Lauf zu lassen finde ich. Manchmal ist das eben ein wenig traurig, manchmal einfach nur bescheuert und manchmal einfach eine schöne Vorstellung. Aber ich bin der Überzeugung nicht zuviel darüber nachzudenken. Sonst verliert man sich noch in den endlosnen 'was wäre wenn..?' Fragen und vergisst, dass man so etwas nun einmal nicht mehr beeinflussen kann. Der Fokus sollte stets nach vorne gerichtet sein, in die Zukunft. Finde ich zumindest. Oftmals vergisst man dabei auch noch wie viele positiven Dinge auf dem Pfad geschehen ist den man gewählt hat, weil man sich nur eine ideale Welt ausmalt in der es natürlich keine Probleme gibt. Ich würde nicht tauschen wollen, aber wie gesagt wollte ich mal wissen ob andere Leute ebenfalls so denken und vielleicht auch weshalb sie dies tun."
MIkasa hatte also wirklich Dinge angesprochen die sie vor noch nicht allzu langer Zeit für niemals möglich gehalten hatte. Vermutlich hätten sie sich noch eine Weile darüber unterhalten können doch einige  Zeit nachdem Mikasa aufgehört hatte zu reden gingen plötzlich die Sirenen los. Die Festung wurde angegriffen? Wer würde so etwas denn überhaupt wagen? Man konnte von drinnen bereits die Festungskanonen feuern hören welche in Salven auf etwas im Meer schossen doch Mikasa hatte keine Ahnung um was es sich dabei handeln konnte. Sie hatte zwar in der Schule aufgepasst aber den Unterricht über hiesige Seemonster schien sie doch glatt verpasst zu haben. Sie wusste überhaupt nichts darüber was es sein konnte. Es ging also nach draußen wo sie sich relativ schnell einen Überblick verschaffen konnten. Eine Zeit lang waren nur die raue See und einige Wellen zu sehen doch dann konnte man unter der Wasseroberfläche eine Bewegung wahrnehmen. Eine Bewegung eines gewaltigen Körpers. Hier und dort tauchen Schuppen aus dem Wasser auf und wanden sich hier und dort bevor sie wieder untertauchten. Eine Seeschlange! Der gewaltige Körper ließ riesige Wellen schlagen welche sogar bis hoch auf die Plattform schwappten und Mikasa innerhalb weniger Sekunden völlig durchtränkten. Sie hatte bereits von Anfang an die gewaltigen Maße erahnen können doch als das Wesen sich in seiner vollen Länge vor ihnen wand und die Festung anzugreifen drohte wurde einem erst bewusst, dass dieses Monstrum tatsächlich eine gewaltige Gefahr selbst für etwas so großes wie diese Festung darstellte. "Was zur Hölle ist das?!" fragte Mikasa bei Ignia nach und hoffte sie wisse vielleicht mehr darüber. Die Magierin schaute sich ihre Schwerter einmal an und schüttelte anschließend nur den Kopf. Die Schwerter waren mal gut gewesen um Titanen zu töten doch mittlerweile waren sie zu stumpf um etwas gegen einen solchen Feind anrichten zu können. Auf der anderen Seite war diese Schlange so gewaltig, dass ein Zahnstocher wie ein stinknormales Schwert garantiert sowieso keinerlei Schaden anrichten konnte geschweigedenn überhaupt durch die Schuppen dringen konnte. Mikasa war sich nicht sicher was sie jetzt tun sollten. Ihre Magie hatte nicht genügend Reichweite auch nur im Entferntesten dort heran zu kommen und war sicherlich nicht stark genug um diesem Wesen überhaupt viel schaden zu können. Einen Moment lang wurde sie an die Vorkommnisse in ihrer Heimat erinnert und stockte, doch sie schüttelte den Kopf und fasste sich, suchte nach einer Bordkanone die noch nicht bemannt worden war und fing an diese zu beladen und zu feuern. Wenn die Kanonen keinen Schaden anrichten konnten dann was sonst? Gab es hier noch eine größere Kanone? Mikasa blickte sich um und ihr fiel die große Kanone ein welche dazu genutzt wurde Mitglieder schnell von der Festung zum Festland zu befördern. Diese konnte man zwar nicht zu einer Waffe umfunktionieren aber Mikasa hatte eine ziemlich gute Idee was man damit noch anstellen konnte. Sie fürchtete sich vor so gut wie nichts und auch wenn ihr ein wenig mulmig wurde so festigte sie nur ihren Griff um ihre Waffen und überredete den Kerl der dafür zuständig war die Kanone auszurichten sie so auszurichten, dass sie in Richtung der Seeschlange und hoch in die Luft geschossen worden. Mikasa bediente sich beim Arsenal der Gilde. Da Seeschlangen durchaus bekannte Bedrohungen darstellten gab es hier sogar Waffen mit ein wenig mehr Durchschlagskraft. Mikasa bewaffnete sich mit zwei gewaltigen Harpunenkanonen und schulterte eine von ihnen bevor sie ohne weitere Erklärungen in die Kanone kletterte und abgefeuert wurde. Der magische Gleiter entfaltete sich und sie befand sich nun über der Schlange. Sie feuerte die erste Kanone ab und wurde dadurch ordentlich in der Luft durchgerüttelt doch sie konnte sich in der Luft halten. Nun konnte sie auch sehen was sich so hinter der Schlange abspielte. Ein gewaltiger Strudel riss Unmengen von Wasser in die Tiefen und würde eventuell auch die Festung mit sich reißen sollten sie die Seeschlange nicht schnell genug töten können. Doch Mikasas Plan ging auf. Die Harpune bohrte sich tief in das Fleisch der Schlange welche entsprechend reagierte und ihren Körper wieder untertauchen ließ. Momente später kam sie wieder zum Vorschein und griff nun Teile der Festung an. Zum Glück prallten diese Angriffe noch an der magischen Barriere ab welche die Festung vor Schäden bewahrte solange sie noch aufrechterhalten wurde. Mikasa wechselte die Waffe und verschoss auch die zweite Harpune bevor sie wieder in Richtung Festung zurückflog und sich neue Munition verschaffte und sofort wieder losflog um das Monster weiter zu bombardieren. Das Ganze Schauspiel wiederholte sie einige Male  bis die Seeschlange plötzlich genug hatte und nun die noch in der Luft befindliche Mikasa als Ziel auserkoren hatte. Sie war nicht hoch genug in der Luft um außerhalb der Reichweise zu sein und das Monster schlug mit seinem viel zu langem Schweif nach ihr, verfehlte sie, doch die daraus resultierende Veränderung im Luftdruck und den Winden machte es unmöglich für Mikasa weiter in der Luft zu bleiben und sie begab sich auf einen unfreiwilligen Sturzflug in Richtung Ozean. Sie riss sich zusammen und bereitete sich auf den Aufprall vor doch noch immer war es für sie sehr schmerzhaft. Das eiskalte Wasser zeigte kein Erbarmen und saugte beinahe augenblicklich sämtliche Wärme aus ihrem Körper. Außerdem spürte sie sofort den ziemlich starken Sog des Strudels der sich noch in recht weiter Ferne befand und sie trotzdessen bereits zu verschlucken versuchte. Mühsam schwamm sie zur Festung herüber und schaffte es sich dort an den Docks festzuhalten. Einige Mitglieder kamen ihr bereits zur Hilfe und versorgten sie mit Decken und dergleichen damit sie nicht erfor. Das wäre dann wohl das zweite Mal, dass ich gerettet werden muss.. ihr dürft jetzt nicht aufhören. Schnappt euch eine Harpune und springt in die Kanone. Zeigt dieser übergroßen Eidechse woraus ihr gemacht seid!" motivierte sie die Mitglieder welche ihr zur Hilfe geeilt waren nun zu kämpfen. Das Monster war groß, doch es blutete und konnte zu Fall gebracht werden. Genau das mussten sie jetzt tun. Und bevor ich es vergesse: Beeilt euch oder wir werden bald auf dem Meeresgrund sein. Wenn ihr in der Luft seid werdet ihr sehen warum." teilte sie ihnen noch knapp mit, verzichtete jedoch darauf noch genauer zu werden. Dann ging sie wieder nach oben ans Deck wo sie zuvor die Kanonen abfeuerten und begann nun wieder diese Aufgabe zu übernehmen. Wenn doch nur mehr hochrangige Mitglieder anwesend wären!
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Ignia
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Do Jun 22, 2017 6:08 pm

Ein wenig traurig war das schon, wie Ignia fand. Mikasa erzählte, dass sie keinerlei Ahnung davon hatte, wer denn nun diese Magie beherrschte, da sie dafür kein bestimmtes Gespür oder etwas dergleichen besaß. Sie konnte also nur den offensichtlichen Fällen hinterher jagen. Also gab sie sich Illusionen hin, um wenigstens motiviert zu bleiben ... vermutlich würde sie sich sonst in der Welt verlieren, ohne wirklichen Grund im Leben. Ignia kannte das Gefühl der inneren Leere sehr gut, wenn man keinen wirklichen Sinn darin sah, was man tat. Aber war es wirklich besser, in einer Illusion, einer Lüge, sein Leben zu verbringen ?
Tief in ihrem Inneren hoffte Ignia für sie, dass sie eines Tages ein besseres Ziel für sich fand. Mikasa war eine freundliche Person, die es nicht verdiente, eine Lüge zu leben. Sie hatte ein richtiges, erfülltes Leben verdient, egal was geschehen war und egal was die Welt von ihr hielt. Es nahm Ignia doch ein wenig mit, dass sie hier beide saßen, eigentlich nur von der Vergangenheit gezeichnet und um zu überleben und ihre Ziele zu erreichen, und anhand ihrer Zugehörigkeit zur Gilde entweder schon als Verbrecher oder gar Vogelfreie angesehen wurden, oder bald würden, vollkommen ungeachtet dessen, wer sie eigentlich waren. Niemand würde sich für ihre Geschichten interessieren. Niemand für ihre Herkunft, ihre Ziele, ihre Gründe ... man würde sie einfach nur als Feinde der Allgemeinheit brandmarken und solange jagen, bis sie dem überdrüssig waren oder man sie einsperrte ... oder vielleicht sogar umbrachte.
Auch sagte Mikasa, sie würde Ignias kleines Geheimnis für sich behalten, vor allem da sie eh niemanden kannte, den diese Information überhaupt interessieren könnte. Durchaus etwas, wofür die Feuermagierin dankbar war. Deshalb schenkte sie der dunkelhaarigen Frau auch ein äußerst dankbares, aufrichtiges Lächeln. Mikasa konnte sich garnicht denken, wie viel es der Rosahaarigen bedeutete, dass sie diese Worte hörte. Selbst wenn sie wusste, das übermäßige Naivität sehr gefährlich und schädlich war, und es nunmal nur Worte von Mikasa waren, so glaubte sie diese dennoch. Warum sollte sie Ignia auchanlügen ? Sie waren doch Kameradinnen hier in der Gilde. Waffenschwestern wenn man so wollte ... und wenn man das so nannte. Ignia kannte nur den Begriff Waffenbrüder, aber sie ging demnach einfach davon aus, dass es auch den weiblichen Begriff dafür gab. Wenn nicht, dann gab es ihn jetzt, und wenn sie das irgendwann in ihrer Heimat durch ein königliches Dekret einführen musste.
Und als Ignia dann ihre Geschichte erzählt hatte, kamen daraufhin ungeher viele Worte von Mikasa. Scheinbar war die Prinzessin hier ja nicht die einzige redselige Person. Zumindest in dem Fall, dass Mikasa sich so wie jetzt mit jemandem wie Ignia verstand, schien sie ebenfalls gerne zu reden. Aber das war ja auch verständlich, wenn man sonst immer nur zuhörte.
Die ersten Worte, welche sie von sich gab, hätten in Ignias Augen nicht wahrer sein können. Traditionen waren eine selbst auferlegte Bürde, welche man niemandem aufzwingen sollte. Ähnlich war auch ihre Meinung, wenngleich sie natürlich auch Pflichten hatte, wo sie nicht einfach sagen konnte, sie würde sie sein lassen. Ignia würde ihre Pflicht erfüllen, das hatte schon von frühester Kindheit an vollkommen festgestanden, sogar für sie selbst. Sie hatte jedoch nicht vor, sich dummen Traditionen zu beugen, welche Dinge bewirkten, welche ihr nicht recht war. Sie würde Königin sein, sie würde ihr Land regieren, sie würde ihre Magie für das Volk nutzen und ihr bestes geben, um auch nur ansatzweise so von den Menschen Caelums geschätzt zu werden, wie ihre Großmutter. Und zugleich wollte sie Caelum zu einem starken Land machen, welches seine Position im Zusammenspiel der Länder selbst in diesen immer düsterer werdenden Zeiten beibehalten konnte. Und dafür war sie bereit alles herzugeben, selbst ihre Freiheit, wenn sie musste.
Was sie jedoch nicht einsah, war die Tatsache, dass sie nach drei Generationen glücklich verliebter Königinnen nun die nächste sein sollte, die mit einem Mann verheiratet wurde, welchen sie nicht einmal kannte. Und sie wollte auch nicht ihr Leben allein in Caelum verbringen. Sie wollte, bevor sie für immer in den Grenzen ihres Landes gefangen war, wenigstens etwas von der Welt gesehen und ihre eigenen, unvergesslichen und unersetzbaren Erfahrungen gemacht haben.
Sollte sie für ihre Ziele genügend gelernt und erlebt haben, einen würdigen Gatten, den sie liebte, gefunden haben und das Gefühl haben, dass sie mehr war, als die meisten Königinnen ihres Landes, nämlich ein Mensch, der auch wirklich gelebt hatte, dann würde sie sich bereitwillig in ihr Schicksal fügen und versuchen, das beste für ihr Land zu tun, so unbedeutend sie vielleicht auch im Zusammenspiel der Welt war. Denn im Gegensatz zu Personen wie ihrer Mutter wusste Ignia, dass sie nicht mehr war, als ein winziger, kleiner Riss in diesem Gebilde aus Glas, welches die Welt im Wandel der Zeiten darstellte. Sie hatte die Macht, alles zum Einsturz zu bringen, oder zu verharren um die Welt unverändert zu behalten. Und wenn sie sich entschied, dass sie etwas ändern wollte, würde sie das Ergebnis dennoch niemals erleben.
Mikasas weitere Worte waren jedoch auch sehr interessant, nicht nur dieser kleine Teil davon. Denn sie erzählte, dass sie bisher in ihrem Leben wohl keinerlei Kontakt mit Adeligen hatte, Ignia war also in der Tat die erste Person dieser Art, mit welcher sie jemals Sprach. Es amüsierte die junge Frau doch ziemlich, dass Mikasas erster Kontakt mit Adeligen direkt eine Kronprinzessin in dem Alter war, wo sie sozusagen die letzten Vorbereitungen zum übernehmen der Krone durchführte. Sonderlich viel bedeutenderen Adel konnte man ja nicht treffen. Eine durchaus beeindruckende, erste Begegnung mit einer unbekannten Welt.
Derart beeindruckend und Interessant, dass Ignia wirklich mit dem Gedanken spielte, sogar noch diese Information preis zu geben. Sie biss sich sogar leicht auf die Unterlippe und blickte einn paar Sekunden nachdenklich drein, während sie weiter lauschte und gleichzeitig abwägte, ob sie es tun sollte, oder lieber doch nicht.
Doch sie wurde davon abgelenkt, dass Mikasa sagte, sie habe als Kind das getan, was ihr eigener Kopf ihr gesagt hatte, bis sie gemerkt hatte, dass es einfacher war, einen Kompromiss einzugehen und sich vorerst zu fügen. Ignia beneidete sie regelrecht darum, dass sie sich hatte entscheiden können, wie sie es wünschte. Ignias erste, wirklich absolut freie Entscheidung war ihre Flucht gewesen.
Und Mikasas Begründung, warum sie so etwas nicht als Niederlage ansah, waren erstaunlich Weise für eine Person in derartigem Alter. Sicher, auch Ignia war, wenn sie es denn wollte, reifer und bewanderter in derartigen Dingen als die meisten anderen, aber sie hatte auch eine königliche Erziehung und Ausbildung genossen. Nur die besten der besten hatten Ignia ihr Wissen vermittelt und darauf wert gelegt, dass sie auch wirklich die Bedeutung von restlos allem verstand. Und die Erfahrungen, die sie gesammelt hatte, als sie Entscheidungen für ein ganzes Volk zu treffen hatte, waren doch äußerst prägend.
Es war also verblüffend, dass eine Person von bürgerlichem Stand von ihr nun als geradezu ebenbürtig betrachtet wurde. Denn das war hier der Fall. Mikasa hatte scheinbar schon einiges an Erfahrungen machen dürfen, was sie auf einen erstaunlichen Punkt gebracht hatte. Denn die meisten Menschen, zumindest soweit Ignia das bisher bemerkt hatte, nahmen lieber den direkten Weg zu ihren Zielen und hofften einfach, dass sie nicht in eine Sackgasse liefen. Mikasa hingegen zeigt das selbe Verhalten, wie Ignia mit ihrer Entscheidung zur Flucht und dem Aufbau eines Lebens hier in Fiore: solange man sicher ans Ziel kam, war alles besser, als der direkte Weg. Gab es eine Blockade auf der Straße zu seinem eigenen Ziel, dann nahm man lieber fünf zusätzliche Abzweigungen, sofern man sich sicher war, dass es auf diesen Wegen keine weiteren Blockaden war.
Und schließlich erzählte nun auch Mikasa im Detail, wie es dazu kam, dass sie überhaupt losgezogen war und wo ihre Rachegelüste herkamen. Die Dinge, welche sie erzählte, zwangen Ignia einen mitleidsvollen Blick auf, in welchem sogar ein winziges bisschen entsetzen mitschwang ... und Ekel. Sehr viel Ekel sogar.
Nutzer der Titan Magic hatten also Mikasas Familie auf dem Gewissen, und nicht nur die Familie, wie es schien, sondern auch viele mehr. Doch nicht nur auf irgend eine Weise. Sie konnte es kaum glauben, als sie erzählte, dass einer der Titanen ihre Mutter gefressen hatte, neben noch vielen anderen Menschen, welche das selbe Schicksal ereilte ... Manche Wesen waren wirklich widerwärtig - und ja, diese Magier waren in Ignias Augen keine Menschen gewesen. Und nun konnte Ignia den Hass wirklich verstehen. Und zum Teil unterstützte sie die Gedanken und das Vorgehen Mikasas nun sogar. Sicher, nicht jeder Nutzer der Titan Magic war so ein Ungeheuer, aber so etwas brannte sich ein. Und Ignia nahm sich vor, dass sie Mikasa nun jegliche Informationen über Individuen mit dieser Magie zukommen lassen würde, sofern sie ein Verhalten an den Tag legten, welches in Ignias Augen eine Todesstrafe rechtfertigte. Selbst wenn sie so nur ein wenig Gerechtigkeit in die Welt brachte und Mikasa nur minimale Unterstützung zugute kommen lassen konnte, so würde sie dies dennoch tun. Das stand für sie fest.
Als Mikasa dann auf die alten Schwerter ihres Vaters ansprach und sie auf den Tisch legte, schaute sich die Feuerpriesterin diese genauer an. Sie waren nicht nur stumpf, sondern wirklich schon eher ein paar Knüppel als Schwerter, wirkten regelrecht primitiv und grob. Doch das verfehlte seine Wirkung nicht. Jemand, der seine Schwerter dermaßen abnutzte und noch immer lebte, hatte eine sehr eigene Ausstrahlung. Mikasa wirkte dadurch deutlich bedrohlicher, man konnte es nicht anders ausdrücken. Diese Waffen waren ein Zeugnis ihrer Fähigkeiten und zeigten nur, wie viele Feinde sie mit ihnen schon bezwungen haben musste.
Zudem verstand Ignia den Punkt mit dem symbolischen Wert vollständig. Auch sie hatte Dinge, die mehr symbolischen Wert für sie besaßen, als man es vermuten würde, da sie an sich nicht viel mehr als Schrott waren.
Ignia hatte zu diesem Thema jedoch eindeutig etwas äußerst wichtiges zu sagen, was sie nun sogar kurz dazwischen warf, nachdem Mikasa meinte, sie würden sicherlich noch immer weh tun, wenn sie jemandem damit auf den Kopf schlug. Nun, daran zweifelte die Prinzessin keine Sekunde. Metall war hart, das reichte aus.
"Ich könnte die Klingen mit meiner Magie und ein wenig Unterstützung in der Tat bearbeiten, habe aber leider einen Großteil meiner Kraft eingebüßt, als ich verbotene Magie einsetzen musste. Dadurch habe ich aktuell nicht die Macht dafür. Und auch nicht das Material, um sie wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen, da man natürlich an manchen Stellen sicher etwas hinzufügen müsste. Aber solltest du es wünschen, könnte ich vielleicht irgendwann, wenn meine Kräfte zurück sind, dabei helfen, die Schwerter wieder zu dem zu machen, was sie einmal waren."
Nicht viel Später fügte Mikasa dann noch hinzu, dass sie nun wohl gegenseitig ein paar Geheimnisse kannten und somit irgendwie etwas waren, wie Freundinnen oder dergleichen. Wobei sie diese Worte noch einmal hinterfragte. Ignia lächelte daraufhin und nickte.
"Es wäre mir eine Ehre, dich als Freundin zu bezeichnen.", antwortete sie, dieses mal mit einem Ton, welcher klar machte, dass sie dies absolut so meinte, während gleichzeitig ein winziges bisschen an ihrer adeligen Autorität heraus zu hören war. Man merkte wieder einmal, dass sich eine gute Erziehung nicht vollständig von einem heiteren, extrovertierten Wesen verbergen lassen ließ. Und es ermöglichte den Einblick in ihrer Inneres, nämlich dass sie es wirklich für eine Ehre hielt, mit Mikasa befreundet zu sein, und es nicht nur einfach vor sich hin sagte. Ein Punkt, welcher wohl einige Leute aus Ignias Familie regelrecht entsetzt hätte. Eine Kronprinzessin Caelums, die es für eine Ehre betrachtete, mit einer Bürgerlichen befreundet zu sein ? Absolut Inakzeptabel !
Aber wenn Ignia ehrlich war, diese Leute aus ihrer Familie waren ihr sowieso größtenteils mehr als nur egal. Vielleicht würde sie Mikasa sogar irgendwann an den Hof einladen und sie als Freundin und Bürgerliche vorstellen, einfach nur, damit sie sich gemeinsam über die geschockten Mienen amüsieren konnten. Außerdem mochte es Ignia, solche Menschen zu provozieren, das konnte sie nicht abstreiten.
Und dann kam eine Frage, welche Ignia absolut eiskalt erwischte. Eine Frage, die dafür sorgte, dass ihr sogar einmal die Gesichtszüge entgleisten, ihr Herzschlag sich verschnellerte und sie in der Tat einen Augenblick sogar beim Atmen is Stocken geriet. Nämlich ob sie manchmal in die Vergangenheit blickte und über ihre Entscheidungen und die möglichen Konsequenzen nachdachte, hätte sie anders gewählt. Sie nickte und schluckte schwer. Sie hatte einige Dinge in ihrem Leben, die sie am liebsten anders gemacht hätte, einfach weil sie sich falsch verhalten hatte. Sie hatte Fehler gemacht, die in ihren Augen nie wieder gut zu machen waren, wie etwa ihre Behandlung von Helena, der Frau ihres Bruders. Ignia hatte sie so schlecht behandelt, obwohl sie eigentlich eine wunderbare Person war, nur weil sie ihr "ihren Bruder weg genommen" hatte, was ja nicht einmal stimmte. Und sie hätte aufgrund dieser sinnlosen Wut und Abneigung nicht schlecht über die Schule des Wassers gesprochen und somit einen Grund dazu gegeben, über sie das Urteil der öffentlichen Demütigung zu vollstrecken. Instinktiv griff sie sich mit einer Hand an eine Schulter, als würde sie die brennenden Peitschenhiebe erneut spüren. Und wieder fühlte sie das unbeschreibliche Gefühl, blutend und nackt durch die Straßen gehetzt zu werden.
Nur wegen ein paar dummen, falschen Worten, die man ihrer Mutter weiter geleitet hatte ...
Und auch wenn Mikasa das Thema äußerst interessant zur Sprache brachte, so konnte Ignia die Gefühle nicht vollständig abwimmeln. Sie fühlte sich angreifbar und vollständig ungeschützt, regelrecht hilflos. Allein Mikasas Gegenwart und ihre Stimme hielten Ignia davon ab, vollständig in den Erinnerungen zu versinken.
"Es gibt viele Dinge, die ich im Nachhinein gerne anders gemacht hätte.", fing sie dann also an, als Mikasa fertig war.
"Ich war in der Vergangenheit häufig eine unausstehliche Person und habe Fehler gemacht, auf die ich alles andere als Stolz bin. Häufig schaue ich darauf zurück und frage mich, wie es gekommen wäre, hätte ich mich anders verhalten. Doch ein Teil von mir weiß, dass diese Entscheidungen mich zu der gemacht haben, die ich heute bin. Und auf diese junge, entschlossene und lebensfrohe Frau, die ich heute bin, bin ich Stolz. Im Endeffekt war also nicht alles schlecht. Dennoch gibt es Dinge, die nie wieder gut zu machen sind und die mich bis ans Ende meines Lebens verfolgen werden. Und eben deshalb nutze ich diese Dinge eher, um mich auf mögliche Situationen in der Zukunft vorzubereiten, sollte diese mich erneut vor eine solche Wahl stellen ... 'Die Vergangenheit ist unveränderlich, doch die Gegenwart ist der Zukunft Schmied', wäre denke ich die korrekte Übersetzung eines alten Sprichworts aus Caelum. Und diesem Sprichwort folge ich von ganzer Überzeugung.", beendete Ignia schließlich ihre Meinung zu diesem Thema. Und das gerade Rechtzeitig, denn wirklich nur Sekunden später gingen auf einmal die Sirenen los und die Kanonen der Festung wurden betätigt. Ignia, noch immer von den unschönen Erinnerungen heimgesucht und ein wenig neben sich, wurde dadurch äußerst unsanft aufgeschreckt. Sie sprang regelrecht auf, warf dabei aus versehen ihren Stuhl um und blickte sich vollkommen verwirrt um, während eine ihrer vielen Leibwachen angelaufen kam.
"Mylady, wir haben Probleme ! Große Probleme ! Bringt Euch bitte sofort in Sich- ..."
"Du erwartest ernsthaft, dass ich einfach in mein Zimmer renne und mich verbarrikadiere, oder wie ? Vergiss es, Soldat ! Hier !"
Sie packte die Verträge und presste sie dem Mann gegen die Brust.
"Bring sie in meine Truhe und sag jedem unserer Leute, die Anwesend sind, dass sie sofort in Gefechtsstellung gehen und die Kanonen bemannen sollen !", befahl sie in harschem Ton, woraufhin der Mann kurz stockte, dann salutierte und schließlich sofort los rannte. Und dann wirbelte auch Ignia schon herum und eilte Mikasa hinterher, die bereits im vollen Lauf nach draußen war.
Als sie eben dort ankamen, sahen sie den regelrechten Krisenzustand. Sämtliche Kanonen waren bemannt und viele Leute feuerten auch mit Magie von der Festung herunter. Ignia biss sich auf die Lippe, als sie daran dachte, dass sie erst gestern einige ihrer magiebegabten Anhänger auf kleinere Botengänge und Missionen ausgesandt hatte. Und die Gildenleitung war ihres Wissens aktuell ebenfalls unterwegs.
Als Mikasa fragte, um was es sich bei dem riesigen Seeungeheuer handelte, welches wohl der Grund für den Aufruhr war, blickte diese das besagte Wesen an ... und sie weitete überrascht die Augen.
"Ist es normal, dass es in Fiores Gewässern Leviathane gibt !? Ich dachte die wären nur in den westlichen Meeren heimisch, bei Caelum und Minstrel !", rief sie ein wenig erschrocken aus.
Und kurz darauf ging auch Mikasa dazu über, die riesige Seeschlange zu attackieren. Ignia, welche ebenfalls helfen wollte, versuchte ihre Aschenform anzunehmen ... und scheiterte kläglich. Und sie wusste auch warum.
Sie war noch immer viel zu sehr neben sich aufgrund der Erinnerungen, welche eben noch in ihr gewütet hatten. Sie fühlte sich noch immer zu angreifbar und schwach, um überhaupt die Entschlossenheit aufzubringen, die Aschenform anzunehmen.
Umso schlechter fühlte sie sich, als Mikasa schließlich sogar einen mehr als nur waghalsigen Angriff über die Reisekanone der Festung startete und den Leviathan aus der Luft angriff. Dennoch bewunderte Ignia ihren Mut und ihre Entschlossenheit.
Und dann wurde Mikasa von der Schlange nur um Haaresbreite verfehlt und ins Wasser geschleudert. Der Treffer wäre sicherlich tödlich gewesen, so viel stand fest. Und genau das sorgte für den Funken, den Ignia brauchte.
Wie von alleine verfärbte sich ihre Kleidung, ihre Haarfarbe wurde intensiver, wandelte sich von einem sanften rosa zu einem tiefen, intensiven rot. Und ihre roten, pupillenlosen Augen nahmen ihre typisch goldene Färbung ein, während schlitzartige Pupillen auftauchten und ein dauerhaftes Flackern, wie von Glut, in ihnen zu sehen war.
Langsam marschierte Ignia auf die Docks zu, wo man gerade Mikasa aus dem Wasser fischte. Sie schien unverletzt, doch das konnte sie noch nicht wissen. Dennoch ... erneut im kalten Wasser ...
Ohne eine Miene ihres vollkommen neutralen Gesichtsausdrucks zu verziehen richtete sie eine Hand auf Mikasa, welche sofort mit Decken umsorgt wurde. Einen Augenblick später sandte sie eine einzelne, kleine Hitzewelle aus, welche vermutlich äußerst unangenehm war, die Frau jedoch wohl augenblicklich wieder aufwärmen und ein respektables Stück trocknen würde.
Als Mikasa dann Kommandos gab und die Truppen motivierte, sprach auch Ignia ein paar Worte.
"Jeder macht was sie sagt ! Und wagt es euch nicht, die Befehle infrage zu Stellen, egal für wen ihr euch haltet ! Sonst wird jeder von euch noch vor dem nächsten Sonnenaufgang eine schwelende Leiche auf einem Spieß sein, das verspreche ich ! Und kommt mir bloß nicht in die Quere !", hallte ihre Stimme erzürnt über die Menge.
"Wir leben hier, oder wir gehen gemeinsam unter, keine Ausflüchte, keine Zweifel, dafür haben wir keine Zeit. Wenn wir sterben, dann wenigstens kämpfend. Aber ich sage euch, ich habe nicht den Drang, heute zu sterben."
Ein paar Augenblicke später standen dann ein paar ihrer Soldaten, welche keine Harpunen mehr ergattern konnte, in Ignias nähe. Einer der Männer, in der typischen, roten Lederrüstung ihrer Leibgarde, jedoch mit den Statussymbolen eines Offiziers darauf, trat vor und salutierte mit einer Hand aufs Herz.
"Mylady Ignia, was sollen die Truppen ohne Harpunen tun ?"
"Sucht die Festung nach Beschädigungen ab, bemannt mögliche freie Kanonen und sorgt dafür, dass keiner Person, die nicht kampffähig ist, etwas geschieht. Ich werde das hier jetzt in meine Hände nehmen, also kommt mir nicht zu nahe.", gab sie kühl zurück. Der Mann salutierte erneut und dann rannten die Truppen bereits davon, während Ignia an die vorderste Spitze eines der Stege in den Docks trat. Die Seeschlange, gewaltig in ihren Maßen, bäumte sich vor ihr aus dem Wasser auf und gab ein kreischend-brüllendes Geräusch von sich, um seine Angreifer abzuschrecken, während Ignia ihren Speer, den Gáe Bolg, aus seiner Versiegelung befreite und herauf beschwor.
Augenblicklich wandte sich die Aufmerksamkeit des Leviathans alleine auf Ignia, welche wiederrum zornig zurück starrte. Scheinbar spürte das Wesen die Knochen eines Artgenossen, welche im Gáe Bolg verarbeitet waren.
"Ich mag es nicht, wenn jemand meine Freunde angreift, weißt du ... Du wirst für das, was du Mikasa beinahe angetan hättest, bezahlen, mein Freund. Du wirst es teuer bezahlen !"
Der Leviathan brüllte auf und ließ dann den Kopf auf sie zu schnellen, jegliche Angriffe einfach ignorierend. Er riss das Maul auf und wollte Ignia scheinbar verschlingen, doch diese hatte natürlich andere Pläne. Sie schlug den Speer kräftig auf den Boden und sammelte ihre Magie in dessen Spitze, bevor sie diese dann auf den Leviathan richtete, direkt in den offenen Schlund der Bestie.
"Friss das, Kumpel !", brüllte sie wütend heraus, während sie einen Feuerball in den Rachen des Ungeheuers abschoss. Dieses schreckte zurück, nur Sekunden bevor es Ignia verschlungen hätte, und schrie laut auf. Dann schnellte die Spitze von seinem Schwanz aus dem Wasser hervor und schlug nach Ignia, welche einfach stehen blieb. Es schien so, als würde sie getroffen werden, doch als der Aufprall geschah, zerfiel sie einfach in Asche. Dann schrie der Leviathan erneut auf, als plötzlich der Gáe Bolg in seinen Körper einschlug und einen Augenblick darauf, im Inneren der Bestie, einen Hagel aus kleinen Feuerbällen los ließ. Ignia stand dort, an ihrem Speer fest geklammert, und ritt somit regelrecht auf der Bestie, welche sich vor Schmerzen wand. Sowohl der Leviathan, als auch Ignia, scherten sich dabei nicht darum, dass die Harpunen überall in seinem Körper einschlugen, teils sogar direkt neben der Feuerpriesterin. Und dann schlug der Leviathan erneut mit dem Schwanz nach ihr, was sie dazu brachte den Gáe Bolg aus ihm heraus zu reißen und hoch zu springen. Sie entging dem Angriff nur knapp, wurde von dem Luftdruck erwischt und flog in Richtung des Kopfes der Bestie. Erneut riss sie das Maul auf - und dieses mal konnte Ignia nicht ausweichen, sondern wurde hinter den gewaltigen Zähnen des Monsters gefangen. Und nur einen Augenblick später gab es eine Explosion, Blut spritzte und Ignia wurde, eine Spur aus Glut hinterlassend, aus einem in das Maul hinein gesprengten Loch geschlaudert.
"Du hältst mich so leicht nicht auf.", gab sie spöttisch von sich, während sie so durch die Luft flog. Und dann landete sie, leicht wie eine Feder, wieder auf den Docks, wo sie den Gáe Bolg wieder verschwinden ließ und eine massive Kugel aus Flammen in ihren Händen erschuf.
Und der Leviathan, mehr als nur in Raserei, schwang seinen Schwanz über die Festung und riss einen ganzen Haufen mutiger Kämpfer mit sich. Und einer davon war, wie sie erkannte, eine Person, welche mit ihr her gekommen war. Eine junge Frau, eine Dienstmagd von Ignia, welche gerade erst in ihre Dienste getreten war, bevor sie losgezogen war. Sie hatte Magie beherrscht und wohl bei der Verteidigung helfen wollen ... Und nun wurde sie ohnmächtig und sicher mit einigen gebrochenen Knochen ins Meer geschleudert, wo sie unter Umständen ihren Tod finden würde, selbst wenn sofort einige Männer hinterher sprangen um die Leute wieder aus dem Wasser zu holen.
Urplötzlich fing die Luft an den Docks vollständig an vor Hitze zu Flimmern und die Flammen der Kugel in Ignias Händen wurden deutlich intensiver.
"Okay ... JETZT bin ich sauer ... Niemand ! Verletzt ! Meine ! Freunde !", waren die einzigen Worte, die sie noch sprach - oder eher heraus brüllte -, ehe sie die Kugel abschoss und davon nach hinten geschleudert wurde. Der Rückstoß war so enorm, dass sie sich nicht halten konnte und von einer ihrer Leibwachen aufgefangen wurde. Doch die Kugel war natürlich dementsprechend mächtig - und so groß wie der gesamte Schädel der Bestie.
Der Aufprall entfesselte dann die wahre Macht des Zaubers und sorgte für eine großflächige Detonation, welche in den Ohren weh tat. Das Feuer schwappte wie eine Flüssigkeit über die Schuppen des Leviathan und brannte sich in diese hinein. So sehr, dass man bald sehen konnte, wie die Überreste des Schuppenpanzers nach und nach glühend ins Wasser stürzten.
"Jetzt ! Einen letzten Angriff ! Jetzt kommt ihr auch durch die Schuppen ! Und hier ! In seinen Kopf damit !", schrie Ignia nun, ehe sie den Gáe Bolg wieder herauf beschwor und in den Himmel schleuderte, wo einige Leute bereits wieder hin gefeuert worden waren. Sie wusste nicht, wo Mikasa gerade war, aber sie hoffte, dass es ihrer neusten Freundin gut ging. Ob sie auch wieder oben bei dem gewaltigen Schwarm an Leuten war, die mit Harpunen auf den Leviathan schossen ? Oder ob sie irgendwo anders ihre Angriffe startete ?
Doch das bekam Ignia nicht mehr wirklich mit, egal wo Mikasa war. Die Erschöpfung durch den Einsatz ihrer Magie auf diesem Level war enorm. Die roten Haare verfärbten sich langsam ins rosane zurück und alle die anderen Veränderungen wurden ebenfalls rückgängig gemacht. Und als sie wieder vollständig aus der Aschenform heraus zurück verwandelt war, sackte sie schließlich in den Armen des Leibwächters, welcher sie hielt, wie ein nasser Sack zusammen. Sie bekam nur noch mit, wie irgend jemand im Himmel ihren Speer in die Hände bekam, woraufhin sie schwach grinste, da der Gáe Bolg nun eindeutig in der Lage war, dieses Ding zu töten. Dann driftete sie jedoch ab und alles wurde für sie schwarz.

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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Fr Jun 23, 2017 5:07 am

Mikasa war erneut halb am Erfrieren und in Decken gewickelt da kam jedoch auch schon Ignia an und konzentrierte ihre Magie auf sie um sie innerhalb von Sekunden zu trocknen und sie auch leicht zu verbrennen, was jedoch nicht weiter schmerzhaft war und nach ein paar Augenblicken bereits wieder vorüber war. Sie waren nun Freundinnen und verteidigten und halfen sich gegenseitig dementsprechend! Mikasa bedankte sich bei ihr dafür und kümmerte sich sobald auch schon wieder darum die Kanonen abzufeuern und die Leute zu motivieren. Dieses Monster war also ein Leviathan und kam normalerweise nicht in diesen Gewässern vor?! Darin sah Mikasa nicht mehr als eine Herausforderung! Begeistert beobachtete sie wie Ignia ihre Magie anwandte und dem Leviathan damit ordentlich zusetzte. Andere schossen ihre Harpunen ab und auch die Kanonen zeigten ihre Wirkung. Das ließ sich das Monster allerdings auch nicht lange gefalllen und griff erneut die Festung an. Dieses Mal zerstörte es einige der Kanonen und riss einige der Männer von der Mauer. Mikasa wäre ins Wasser gesprungen aber sie wollte es wirklich nicht schon wieder provozieren. Einige von ihnen waren bereits von der Strömung in die Tiefe gezogen worden. Für sie würde jede Hilfe zu spät kommen.  "Die Strömung ist zu stark, springt ihnen nicht hinterher!" rief Mikasa den Leuten hinzu. "Es sieht nicht so aus, aber unter der Wasseroberfläche herrscht ein extremer Sog. Wenn ihr keine extrem guten Schwimmer seid dann werdet ihr dem Sog nicht mehr entkommen können. Ich hatte Glück noch weit genug entfernt gewesen zu sein, aber mittlerweile sind wir ein gutes Stück weiter in Richtung des gewaltigen Strudels getrieben der auf der anderen Seite des Seemonsters wütet." erklärte sie ein wenig unruhig. Sie hatten hier Gildenmitglieder verloren und sie würde diese garantiert in Ehre halten. Ein Moment des stillen Andenkens später zückte Mikasa schließlich ihre Waffen. Sie würde nicht auf der Festung bleiben während Ignia sich im direkten Kampf befand. Die Bestie musste sterben und sie würden schon dafür sorgen. Ignia konnte gewaltige Schäden verursachen, doch Mikasa ließ sich erneut herüberschießen und glitt auf den Körper des Monsters herüber. Auf diesem konnte man überraschend gut stehen und laufen, es war aufgrund einiger Widerhaken auf den Schuppen ziemlich einfach und solange man Schuhe an hatte auch nicht schmerzhaft. Sie festigte den Griff um ihre Waffen und sprintete ein wenig am Körper entlang, sich darüber völlig im Klaren, dass es noch gefährlich werden würde wenn sie den Leviathan letztendlich bezwungen hatten. Sie suchte sich eine nette Stelle und begann anschließend das Seemonster mit ihren Schwertern anzugreifen. Der erste Angriff richtete relativ wenig Schaden an, doch die darauffolgenden Streiche und Hiebe zerfetzten die Schuppen und wurden mt einer solchen Wucht geführt, dass sie ganze Brocken aus dem Körper des Leviathans rissen und ihm offene Wunden zuführten. Im Prinzip zerfetzte sie hier nichts weiter als einen Titan der Meere. Vielleicht war das ja ihre Bestimmung. Sie sollte gewaltige Wesen jagen und zur Strecke bringen, ob Tier oder Magier war ihr dabei wohl egal. Ihre Angriffe jedoch zeugten von der Entschlossenheit und auch von ihrer Wucht und sprachen für sich selbst. Gemeinsam fügten sie ihm immer größere Schäden zu bis es schließlich an der Zeit war wieder abzuspringen. Zum Glück waren Teile des gewaltigen Körpers nicht zu weit von der Festung entfernt, sodass Mikasa bequem herüberspringen konnte. Dabei wurde ihr erst jetzt bewusst in welcher Situation Ignia sich befand. Sie hatte sich extrem verausgabt und verlor das Bewusstsein, befand sich zum Glück jedoch wieder an Bord. Mikasa ging zu ihrer Freundin herüber und griff nach ihrer Hand. Es war ihr im Moment egal ob sie sie hören konnte oder nicht. "Hey, wir haben es geschafft! Wir haben die Festung und eine Menge Leben gerettet! Gute Arbeit, Ignia." sagte sie erfreut. Der heutige Tag hatte so normal und gewöhnlich angefangen doch er hatte sich innerhalb weniger Stunden komplett verändert und eine solche unerwartete Wendung genommen welche sich Mikasa niemals hätte vorstellen können. Doch sie beschwerte sich nicht. Sie und die anderen Mitglieder waren in Feierstimmung. Sie hatten einen Titan der Meere zu Fall gebracht und das gemeinsam. Allesamt packten sie an und zeigten aus welchem Holz sie geschnitzt waren. Mikaa wich nicht von der Seite ihrer Freundin und Ignias Leibwächter verstand, dass er sie auch unter keinen Umständen davon abbringen konnte. Er brachte sie zu ihrem Zimmer wo er Ignia auf ihrem Bett ablegte, Mikasa setzte sich auf einen Stuhl und wartete. Sie war geduldig, also machte ihr das Warten absolut nichts aus. Sie nutzte die Zeit ihre Waffen zu säubern und zu polieren und dachte noch eine Weile über das Angebot von Ignia ab ihre Waffen zu erneuern. Wenn Mikasa in ihre Heimat zurückkehrte würde sie dort sicherlich noch einige der Materialien finden welche ihr Großvater damals nutzte um ihrem Vater diese Waffen zu schmieden. Sie wusste von der großen Stahltruhe welche seine alten Schmiedematerialien beherbergte. Diese stand in ihrem Keller und war gut versteckt. Nachdem ihr Dorf angegriffen wurde, wurde es vollständig verlassen. Die Leute wollten nicht in den Ruinen des Dorfes leben und beschlossen stattdessen an einem anderen Ort das Glück zu finden. Doch ob es wirklich schlau war an diesen Ort zurück zu kehren? Mikasa konnte diese Frage nicht beantworten. Wenn sie soweit war auf dieses Angebot zurück zu kommen würde sie diese Entscheidung treffen. Sie würde ihren Schwertern neues Leben einhauchen können wenn es dann soweit war. Es war als ob der Gesit, das Vermächtnis, ihrer Familie in diesen Klingen hauste. Immerhin maß sie diesen Stücken aus Metall einen hohen emotionalen Wert zu. Ja, wenn sie diese Materialien fand und nutzen konnte dann würde es sich noch immer um die gleichen Waffen halten und sie würde endlich wieder Waffen bei sich tragen die Schwertliebhabern keine Albträume bereiten würden. Den Rest der Zeit verbrachte sie damit weiter über ihren großartigen Sieg über den Leviathan nachzudenken. Gemeinsam konnten sie einen Gegner bezwingen der um ein Vielfaches größer war als sie selbst. Sie waren in Gefahr und zogen alle an einem Strang. Sehr lobenswert. Es erfüllte Mikasa wirklich mit Stolz eine so leitende Rolle darin gespielt zu haben diesen Sieg zu erlangen. Doch Ignia hatte sich am Meisten verausgabt. Sie hatte dafür gesorgt, dass der Leviathan massive Schäden erlitt und seine Panzerung verlor was letztendlich einem Todesurteil gleich kam.
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Fr Jun 23, 2017 6:43 am

Viel vom restlichen Gefecht hatte Ignia nicht mehr mitbekommen. Sie war viel zu sehr beschäftigt gewesen, den Angriffen der Bestie zu entgehen und den Teil beizutragen, welchen nur sie beitragen konnte. Und noch bevor die Kreatur ums Leben gekommen war, wurde sie nun einmal ohnmächtig.
Während alles schwarz war, träumte sie jedoch. Allerdings sah sie in ihren Träumen nichts, sie hörte nur Dinge. Sie hörte die Geräusche eines Schwertkampfes, hektisch ... und doch erkannte sie die Geräusche wieder. Elegante Paraden, bei welchen Klinge an Klinge entlang glitt, rapide Schläge, die nur für den Bruchteil einer Sekunde aufeinander prallten, bevor bereits der nächste Angriff eingeleitet wurde, der Klang von zerschnittener Luft.
Und dann hörte sie auch Stimmen. Sie erkannte die Stimmen sofort. Valen und Pent ... vermisste sie die alten, schönen, sorglosen Zeiten so sehr, dass sie selbst jetzt, wo aller Leben auf dem Spiel stand und sie selbst in Zustand der Ohnmacht ein mulmiges Gefühl im Bauch haben sollte, von ihnen träumte ?
Und doch sah sie nichts. Selbst als ihr Name gerufen wurde, herrschte um sie herum nur immerwährende Nacht. Als ihr Name ein weiteres mal ertönte, lauter dieses mal, brach die Welt um sie herum herein.
Als sie dementsprechend nun wieder erwachte spürte sie, dass sie auf etwas weichem lag. Und man hatte scheinbar eine Decke über sie ausgebreitet. Erst einmal schaute sie sich nur einen Augenblick um und bemerkte sofort, dass sie in ihrem Zimmer war. Und Mikasa war ebenfalls da.
Noch immer ein wenig geschwächt richtete sie sich ein Stück auf, so dass sie schließlich im Bett sitzen konnte. Da dieses an der Wand stand, konnte sie sich zum Glück auch ein Stück drehen und an eben diese anlehnen, sonst wäre sie vermutlich nicht lange aufrecht geblieben.
Ihr Blick suchte Mikasa, welche scheinbar in Ordnung war, es sah zumindest stark danach aus. Ein Fakt, welcher ihr ein leichtes, schwaches Lächeln auf das Gesicht zauberte.
"Hey ... ich denke wenn du hier so ruhig sitzt, haben wir es geschafft, hm ? Leviathane sind nicht dafür bekannt, sich zurück zu ziehen ...", gab sie mit einer derartig erschöpften Stimme von sich, dass sie sich sogar selbst damit erschreckte. Sie hüstelte und versuchte, den kratzigen Unterton zu entfernen. Als sie einen kurzen Stimmversuch machte, hatte es jedoch nichts geholfen, woraufhin sie ebenso kratzig und sehr leise vor sich hin lachte.
"Ich hab's wohl übertrieben ...", gab sie von sich, bevor sie sich noch einmal im Raum umschaute. Ihr Gáe Bolg lehnte in einer Ecke, direkt neben einem ihrer in der Öffentlichkeit getragenen Hexenhüte, vergleichsweise sauber, aber dennoch nicht in dem Zustand, wie vor dem Scharmützel. Wie erwartet hatte derjenige, der den Speer gefangen hatte, ihn wohl gut genutzt ... und danach wie es schien ein wenig gesäubert.
Doch in Ignias Kopf spukten ganz andere Gedanken herum. Sie versuchte noch einmal etwas zu sagen, hustete jedoch bereits bevor sie ein Wort herausbringen konnte. Nachdem sie wieder normal atmete, bekam sie jedoch trotzdem die Worte heraus, die sie loswerden wollte. Und den anfang machte, um Mikasa zu zeigen, dass sie zumindest noch nicht mit einem Fuß im Grab stand, eine kleine, nette Trivia.
"Ich hoffe sie zerlegen das Vieh ... Wenn er uns schon angreift, soll er wenigstens damit bezahlen, dass er uns für eine Weile als Fleischeintopf und Reiseproviant dient ... Leviathan ist nahrhaft und lecker, aber schwer zu erlegen ... Aber wem sage ich das, heh ?"
Erneut hustete sie ein wenig. Sie überanstrengte ihre Stimme selbst mit dem bisschen, was sie von sich gab. Doch sie hatte noch zwei Fragen, die unbedingt gestellt werden mussten.
"Ich wage mich kaum zu fragen ... aber ... weiß man schon, wie viele Opfer es gab ? Zumindest geschätzt ? Und du siehst zwar fit aus aber ...", ein Husten unterbrach Ignia, ehe sie mit beinahe erstickter Stimme die letzte Frage beendete, "... ist bei dir auch wirklich alles okay ?"
Egal wie sehr man auch finden konnte, dass Ignia kaltherzig war, egal wie viele Leute in ihrer Heimat allein bei der Erwähnung ihres Namens vor Respekt und auch Angst Haltung annahmen und in allen Tätigkeiten stockten, so konnte man hier wieder erleben, wie sehr sie sich eigentlich um andere sorgte. Sie bekam kaum richtig Luft, während sie sprach, war viel zu erschöpft um überhaupt mehr zu schaffen, als sich schlaff an eine Wand zu lehnen, konnte kaum sprechen und war gerade erst seit ein paar Minuten nicht mehr ohnmächtig ... und doch erkundigte sie sich zu aller erst nach den Opfern und nach Mikasa, ihrer neuesten Freundin.
Und weiterhin fragte sie sich neben ihren mühseligen Versuchen, mit Mikasa zu sprechen, wieso der Leviathan überhaupt hier gewesen war. Es war nicht üblich, dass die die westlichen Gewässer Ishgars verließen. Caelum und Minstrel waren es gewöhnt mit den Leviathanen umzugehen, daher hatte Ignia ja auch gewusst, dass man die massive Schuppenpanzerung mit genügend Sprengkraft und einem Inferno weg bekam. Und solange sie diese Schuppen hatten, waren sie nun einmal größtenteils unverwüstlich. Sie bekamen nur kleine Wunden ab ... und die wichtigen Organe, ebenso wie die meisten Blutgefäße die wirklich bedeutend waren, befanden sich tief im Körper der gewaltigen Seeschlangen. Ein Kampf ohne die Entfernung der Schuppen war kaum zu gewinnen, es sei denn man war ein Magie von ungeheurer Stärke. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht hätte sie auch alleine zwei dieser Biester gleichzeitig bezwingen können, ohne aus der Puste zu kommen, aber jetzt ? Sie war gerademal in der Lage gewesen einen von ihnen zu Verletzen, bevor sie vor Erschöpfung ohnmächtig geworden war. Wie viel Kraft hatte sie eigentlich wirklich verloren ... ?
Viel bedeutender war jedoch, dass in Fiore niemand von diesen Vorgehensweisen wusste. Die meisten waren den Leviathanen vermutlich hilflos ausgeliefert. Man konnte also nur hoffen, dass dies das einzige Exemplar war, was sich so weit aus den Gewässern seiner Heimat heraus getraut hatte. Wieso er wohl überhaupt so weit nach Osten geschwimmen war ... ? Ob etwas nicht in den Meeren ihrer Heimat stimmte ? Sie hoffte, dass alles okay war. Zumindest in akzeptablem Bereich ... und sie hoffte, dass es allen daheim gut ging. Doch sie durfte nicht zu viel daran denken. Irgendwann wäre das Heimweh zu stark ... und das konnte den Willen eines Menschen brechen. Und sie wollte noch nicht zurück. Auf keinen Fall. Nicht, bevor sie nicht ihre Ziele erreicht und ihre Kräfte zurück gewonnen hatte. So wie sie war, konnte sie sich auf keinen Fall daheim blicken lassen. Niemals.

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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Fr Jun 23, 2017 5:46 pm

Es dauerte eine ganze Weile bis Ignia wieder zu Bewusstsein kam. Zwischendurch schien sie einige Male unruhig zu werden, doch sie wachte nicht auf. Was ihr wohl durch den Kopf ging? Mikasa konnte sich das nicht wirklich denken sondern allerhöchstens mutmaßen, dass sie sich vielleicht an irgendetwas erinnerte aus ihrem früheren Leben. Als sie wieder zu sich kam wirkte sie sehr schwächlich und erschöpft und musste sich wirklich bemühen überhaupt zu sprechen beziehungsweise sich zu bewegen. Sie erkundigte sich danach wie viele Menschen wohl ihr Leben verloren hatten. "Es sind uns leider einige Mitglieder von Bord gegangen. Der zweite Schwanzhieb hat einige Schäden hinterlassen und Leute einfach ins Wasser geschleudert.. wir waren bereits zu nah am Strudel und sie wurden sofort unter die Wasseroberfläche gezogen und mitgerissen. Es gab keine Möglichkeit sie zu retten." sagte sie ein wenig grimm. "Ich habe gesehen, dass die anderen dabei waren den Körper an der Festung zu befestigen um ihn mitzunehmen und zu zerlegen. Wir können einige der Materialien sicherlich nutzen und das Essen dürfte auch eine Weile deutlich mehr Fleisch beinhalten. Aber davon mal abgesehen haben wir ganze Arbeit geleistet. Vor allem dein Einsatz hat die Leute motiviert weiter zu kämpfen. Aber ich frage mich echt weshalb sich ein solches Wesen zu uns verwirrt hat. Irgendetwas stimmt mit der Welt doch nicht. Scheinbar verändert sich die Balance der Dinge. Solche Vorkommnisse häuften sich in der letzten Zeit und ich fürchte, dass dies eine ziemlich beunruhigende Entwicklung ist. Aber wenn es unbedingt sein muss dann werde ich auf meinem Weg halt noch ein oder zwei Seemonster mehr zu Fall bringen als ursprünglich geplant." sagte sie lachend. "Aber komm erst einmal wieder ordentlich zu kräften. Die anderen kommen schon klar und die Gefallenen werden wir nicht vergessen sondern sie in Ehren halten. Später wird es dann eine Zeremonie geben wenn wir mehr wissen, wen es erwischt hat und wer noch bei uns ist." versicherte sie ihr. Für Mikasa war es einfach eine Frage der Ehre. Sie fühlte sich nicht wirklich mit den Leuten verbunden die gestorben waren, da sie diese nicht kannte, aber sie war sich darüber vollstens im Klaren, dass sie vollwertige Leben besessen hatten. Sie waren nicht nur irgendwelche Namenslosen. Nein, sie waren Mitglieder dieser Gilde die alle ein solch komplexes Leben wie sie selbst führten. Wenn man sich diesen Gedanken mal vor Augen führte wurde einem erst das Gewicht eines jeden Lebens bewusst. Dieses Phänomen hatte einen besonderen Namen aber er wollte Mikasa in diesem Moment einfach nicht einfallen. Sie musste sich wenn sie genügend Zeit hatte noch einmal darüber schlau machen, immerhin war das Ganze äußerst interessant. Es war auch noch gar nicht so lange her da hatte sie darüber gelesen. Deshalb ärgerte sie es sehr, dass davon wohl nicht viel hängen geblieben war. Allgemein musste sie sich mal darüber erkundigen was es hier eigentlich so im Angebot in der hiesigen Bücherei gab. Dort waren sicherlich noch einige interessante Bücher zu finden mit denen sie sich die Zeit vertreiben konnte wenn sie in ihrem Zimmer war oder irgendwo warten musste.
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   So Jun 25, 2017 3:02 pm

Als Mikasa auf Ignias Worte einging, war die erste Information eine sehr düstere. Es hatte also keine Möglichkeit gegeben, diejenigen zu retten, die unter Wasser gezogen wurden ... Also war jeder, der nicht irgendwie über längere Zeit über Wasser überleben konnte nun tot ? Und selbst diese wenigen, möglichen Überlebenden, waren vermutlich inzwischen erfroren, wenn sie niemand hatte herausfischen können.
Betreten senkte sie den Blick nach unten, während Mikasa noch weiter sprach. Der Leviathan wurde also wenigstens mitgenommen. Doch eine Strafe für das beenden so vieler Leben war das für ihn auch nicht mehr, er war ja schon an seinem Verhalten gestorben ... dennoch, Ignia hätte ihn gerne noch ein paar mal mehr getötet.
Dann fing Mikasa an über den Grund zu grübeln, warum ein solches Biest hier, so fernab von seiner Heimat, in Fiores Gewässern sein unwesen trieb. Auf ihre Worte, die Balance der Dinge schiene sich zu verändern, nickte Ignia nur schwach. In der Tat war die Welt im Wandel. Und das mochte der Prinzessin nicht gefallen. Es stärkte nur die Zweifel daran, ob es wirklich so schlau gewesen war, aus Caelum zu fliehen. Brauchte ihr Land sie nun nicht mehr denn je, wenn sich alles veränderte ? Aber andererseits ... für wen war sie überhaupt nützlich, wenn sie nichts von der Welt verstand und nur entsprechend ihrer beschränkten Wahrnehmung handelte und herrschte ?
Doch sie schüttelte die Gedanken schnell wieder ab, anhand von Mikasas Worten betreffend der Seemonster. Ein leichtes Lächeln machte sich auf Ignias Gesicht breit. In der Tat passend. Mikasa jagte Titanen. Also waren andere, große Lebewesen wohl genau ihre Spezialität. Nicht unbedingt ihr Ziel, aber dennoch etwas, wo sie vermutlich auf Dauer gut mit umgehen können dürfte.
Ihre abschließenden Worte brachten die Feuerpriesterin jedoch wieder dazu, dass ihr Gesicht sich verdunkelte. Ja, sie würden die Gefallenen nicht vergessen. Vor allem Ignia nicht und erst recht nicht bei denen, die ihr gefolgt waren. Sie hatte sich schon immer die Namen derer eingeprägt und in Ehren gehalten, welche in ihrem Dienst ums Leben gekommen war, doch nun ...
"Zumindest eine der Personen, eine junge Frau, stand in meinen Diensten. Sie war eins unserer neuesten Dienstmädchen damals, als ich aus Caelum flüchtete. Ohne einen einzigen Moment zu zögern schloss sie sich mir an. Hätte ich mich nicht entschieden, von zuhause weg zu laufen, oder wäre alleine aufgebrochen, wäre sie jetzt noch am Leben ... Manchmal frage ich mich, ob meine Entscheidung am Ende doch einfach nur selbstsüchtig und dumm war, wenn sie die Leben der wenigen Leute kostet, die mir gegenüber so loyal waren, dass sie mit mir kamen ...", gab sie traurig und noch immer mit angestrengter, schwacher Stimme von sich. Ein paar Tränen liefen ihr übers Gesicht, während sie sich mit einer Hand in ihre Decke krallte.
"Selbst wenn ich das getan habe, was mein Herz für richtig hielt, müssen nun die, die zu mir halten, dafür leiden. Ein richtig und falsch gab es nicht. Nur Egoismus oder Selbstaufopferung ... ich weiß einfach nicht, welcher weg der bessere ist.", gab sie mit gelegentlichem Schluchzen von sich und schaute dann hilfesuchend zu Mikasa. Eben diese durfte nun etwas sehen, was Ignia sonst so gut wie niemandem zeigte: die Zweifel in ihrem Inneren, ausgelöst durch den Konflikt von ihren Wünschen und ihrem Pflichtbewusstsein. Sie brauchte jetzt für eine der Seiten unbedingt Bestätigung. Dieser Zwist mit ihr selbst, welcher seit ihrer Flucht in ihr vorherrschte, war auf Dauer einfach nicht alleine zu bewältigen. Und für das Wohl ihrer Untergebenen musste sie vor eben diesen ihr Gesicht wahren und Entschlossenheit sowie Stärke zeigen. Mikasa war die erste Person in Fiore, welche keine Untergebene, sondern eine Freundin war. Und genau das war es, was Ignia gerade benötigte.

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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   So Jun 25, 2017 5:58 pm

Ignia heiterte ein wenig auf als Mikasa meinte sie würde halt noch ein paar Seemonster mehr auf ihrem Weg erledigen müssen und das freute die Magierin. Dann erzählte sie ihr, dass unter den Gefallenen auch eine ihrer Untergebenen war und es sie traurig stimmte wenn die Personen die sich dafür entschieden haben zu ihr zu halten deshalb leiden mussten. Mikasa tat das einzige was man in einer Situation wohl zu tun hatte und nahm Ignia in den Arm. Es gab zwischen ihnen keinen Klassenunterschied wie zwischen normalen Leuten und dem Adel oder auch nur irgendetwas entfernt in diese Richtung. Sie waren Freundinnen und selbst in dieser kurzen Zeit die sie sich kannten hatten sie vermutlich schon mehr erlebt als andere in ihrem Leben. Wann begegnete man schon mal einer übergroßen Seeschlange?! Jedenfalls hielt sie die andere einfach in ihrem Arm und versuchte sie zu beruhigen. "Jeder der sich darauf eingelassen hat wusste wie gefährlich es war. Jeder der dabei stirbt war sich bewusst, dass es zu einer solchen Situation kommen konnte. Ob sie ihre Entscheidung nun bereuen oder nicht sei dahingestellt, aber du zwingst niemanden dazu bei dir zu bleiben. Die Leute tun es aus Überzeugung. Und so wie ich dich kenne kann ich auch sehr gut verstehen weshalb. Deine Vergangenheit interessiert mich nicht, ich war nicht dabei, aber nach dem heutigen Tag würde ich keinen Moment zögern um mit dir an meiner Seite zu kämpfen." stellte sie klar und sprach damit auch absolute Wahrheit. "Also sei nicht so hart zu dir. Es gibt für jeden einen guten Grund das zu tun was sie nun einmal tun. Ob es wie bei mir auf dem Weg dorthin liegt wo ich gerne hin möchte oder aber ob sie bereits das erreicht haben was sie erreichen wollten. Solange niemand dazu gezwungen wird sehe ich absolut kein Problem." Dann löste sie sich langsam wieder, die Umarmung hatte nun ja auch lange genug angedauert. Sie hoffte damit ihre Freundin ausreichend getröstet und wieder aufgemuntert zu haben. Wenn sie dann wirklich soweit war konnten sie der Zeremonie beiwohnen die nun ohne Zweifel bald stattfinden würde. Vermutlich würden einige Leute eine kleine Rede zu Ehren der heutigen Opfer geben, vielleicht ein paar Anekdoten erzählen und sicherstellen, dass die Leute sie in Erinnerung halten würden so wie sie waren indem sie andere ebenfalls an diesen Erfahrungen teilhaben ließen. "Wenn du dich dann ein wenig besser fühlst sollten wir vielleicht gehen. Ich denke die anderen haben bereits angefangen. Ich muss noch kurz in mein Zimmer und gehe schon mal vor." sagte Mikasa und ließ Ignia dann für den Moment erst einmal allein als sie den Raum verließ und zu ihrem herüber ging. Dort verstaute sie ihre Schwerter sicher an ihrem extra dafür vorgesehenen Platz und zog sich etwas anderes an. Ein mit Blut beflecktes Outfit wäre vielleicht nicht so passend für den Anlass. Ihre Sachen schmiss sie dann einfach in die Wäsche bevor sie sich auf den Weg in die Haupthalle machte. In dieser war jedoch noch nichts gestartet. Stattdessen schauten sie alle Mikasa an und fingen an zu jubeln. Davon völlig überrascht wusste sie nicht wie sie reagieren sollte. "Ohne dich und Ignia hätten wir das nicht geschafft! Ihr habt uns gerettet!" riefen sie, doch Mikasa wusste immer noch nicht was sie sagen sollte. Natürlich vergaßen die Leute dabei nicht den eigentlichen Anlass, doch sie alle hatten ihre Leben den beiden zu verdanken und dafür schienen sie äußerst dankbar.
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Mo Jun 26, 2017 11:57 pm

Als Mikasa die Rosahaarige in die Arme schloss, schlang auch diese ihre Arme regelrecht um ihre neueste Freundin und weinte sich an ihrer Schulter aus, während beruhigend auf sie eingeredet wurde. Es fühlte sich gut an, auch einfach mal festgehalten zu werden, während man seinen Gefühlen freien lauf ließ. Als Prinzessin Caelums hatte sie zu so etwas selten eine Gelegenheit gehabt.
Die Worte Mikasas waren zudem genau das, was Ignia brauchte. Es war nicht wirklich ihre Schuld ... Sicher, sie war aufgebrochen, und all die möglichen Opfer dieser Entscheidung waren ihr gefolgt. Aber eben doch aus eigenem Antrieb, nach ihrer eigenen Überlegung und aus vollster Überzeugung. Dennoch konnte sie die Schuld niemals ganz von sich streifen. Sie hatte niemanden direkt auf dem Gewissen, da sie niemanden dazu gezwungen hatte, mit ihr zu kommen, aber ein winziger Teil von ihr war dennoch der Meinung, dass sie zumindest eine Teilschuld trug. Ohne ihre Entscheidung, hätten auch all die Leute sich nicht so entscheiden müssen. Und obgleich alle wussten, dass nicht jeder eine solche Reise überleben würde, hatten sie dennoch ihr altes Leben hinter sich gelassen um ihr bei zu stehen. Ignia war sich sicher, sie würde von nun an allen nur noch mehr Wertschätzung zukommen lassen, die zu ihr hielten, egal was auf sie zu kam. Und sie würde sich noch mehr bemühen, damit alle gesund und munter in ihre Heimat, zu ihren Familien und Freunden, zurück kehren durften.
Und sie würde auch Mikasa beschützen, wenn es jemals sein musste. Wegen allem, was am heutigen Tag vorgefallen war, wegen ihrer Hilfe in diesem Moment und wegen den unglaublich bekräftigenden Worten, dass auch sie jederzeit Seite an Seite mit Ignia kämpfen würde.
Nachdem sie dann die Umarmung lösten, wischte sich Ignia mit einem Arm über die Augen. Sie schaffte es die Tränen größtenteils wieder zurück zu halten. Sie war sich sicher, sie würde sich noch ein paar Nächte lang in den Schlaf weinen, aber für den Moment war es genug. Und sie war Mikasa dankbarer für den Beistand, als diese vermutlich jemals verstehen würde.
Auf die Worte der jungen Frau hin, dass sie vielleicht zur Zeremonie für die Gefallenen gehen sollten, nickte Ignia, noch nicht ganz in der Lage, wirklich zu sprechen. Dafür war der Kloß in ihrem Hals dann doch noch zu groß.
Als Mikasa dann schließlich ging, betrat eine von Ignias Leibwachen das Zimmer, um zu schauen, ob alles in Ordnung war. Nach ein paar gewechselten Worten war der Mann wieder los gezogen, nur um schließlich mit einem Objekt in der Hand zurück zu kommen, kurz nachdem Ignia passendere Kleidung angezogen hatte. Um genau zu sein war es sogar das edle Kleid, welches Ignia zu ihrer Zeit als Prinzessin Caelums immer in der Öffentlichkeit getragen hatte. Sie nahm das Objekt entgegen, noch immer kaum in der Lage von alleine zu stehen, aber als man ihr Hilfe anbot, lehnte sie ab. Sie nahm einen ihrer Hexenhüte mit, setzte ihn jedoch nicht auf und nutzte dann ihren Gáe Bolg als Stütze, um aus eigener Kraft gehen zu können.
Als sie in der Halle ankam, sah sie bereits von weitem, dass man zwar ein paar der Toten aus dem Meer geborgen hatte ... aber vermutlich war das nur ein Bruchteil der Opfer.
Und auch der Tumult um Mikasa fiel ihr auf, welche von den Leuten gefeiert wurde. Es verwunderte nicht, dass man jedoch auch bald schon zu ihr schaute und ihr die Anerkennung für den Sieg zukommen lassen wollte, doch anhand des edlen Kleides, des stoischen, düsteren Ausdrucks in ihrem Gesicht und die Tatsache, dass sie regelrecht in den Raum humpelte, mit dem Speer als Krücke, brachte die Leute zu einem kurzen Zögern.
Sie wurde jedoch verblüfft, als die Jubelrufe bald trotzdem laut wurden. Sie blickte in die Masse, welche sie hier hoch feierte ... und erneut kamen ihr Tränen, wenn auch dieses mal nur für einen kurzen Augenblick.
Sie fasste ihre gesamte, verbliebene Stärke und marschierte dann, erstaunlich sicher und mit erhobenem Haupt, zwischen den Menschen hindurch, bis hin zu den wenigen Toten, die man hatte bergen können. Zielgerichtet ging sie genau auf eine Leiche zu ... man hatte das arme Mädchen also doch bergen können ... Und vor ihr angekommen fiel sie dann auf die Knie, legte ihr das Objekt, welches sie gewünscht hatte, ein goldenes Medaillon, auf den Bauch, ehe sie den von ihr genommenen Hexenhut auf ihrer Brust ablegte und sanft ihre Finger darüber bewegte.
"Möge die Flamme deiner Seele nie erlöschen, Regenfälle deinen Tod beweinen, die Erde deine sterbliche Hülle als Teil der ihren akzeptieren und der Wind die Erinnerungen an dich in alle Welt bringen. Auf das du an einem besseren Ort bist und dort für ewig verweilst.", sprach Ignia die höchste Ehre, welche man in ihrer Heimat geben konnte. Worte, die eigentlich nur beim Tod einer der Priesterinnen oder einem Mitglied der königlichen Familie gesprochen wurden. Dann richtete sie sich, langsam und mit der Hilfe des Gáe Bolg auf, ehe sie sich zu der Menge umwandte.
"Mögen alle, die heute ihr Leben ließen, bis zu unserem eigenen Ende in unseren Erinnerungen sein. Und mögen sie auf immer und ewig an einem besseren Ort ruhen.", sprach sie laut, einer Tradition für die Ehrung der Toten im Krieg durchführend, ehe sie langsam zur Seite ging und sich schließlich etwas Abseits der meisten Leute hinstellte. Nun war es Zeit für andere Grabreden ... Und sofern dies im Sinne aller Anwesenden war, würde Ignia auch ihr letztes bisschen verbliebener Kraft opfern, um den Toten noch die letzte Ehre zu erweisen, indem man ihnen ein heldenhaftes Ende bot. Ein Begräbnis auf See, entzündet durch Caelums heilige Flammen der Reinheit.


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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Di Jun 27, 2017 5:17 am

Die Jubelrufe verstummten kurzzeitig als Ignia die Halle betrat und die Leute sie erst einmal musterten, nicht so ganz wissend ob sie in Ordnung war oder nicht. Mikasas Freundin bemühte sich sehr. Sie hatte feierlichere Kleidung angezogen und wirkte damit recht traditionell. Doch der Kampf hatte sie gezeichnet und sie musste sich auf ihren Speer stützen um gut voran zu gelangen. Während dies nun also geschah hatte Mikasa ein wenig Ruhe für sich, denn nun feierten die Leute Ignia und ihren selbstlosen Einsatz. Die Magierin musterte die wenigen Körper die geborgen werden konnten und prägte sich ihre Gesichter ein. Sie kannte diese Leute nicht, doch sie waren ihr dennoch sehr wichtig. Besonders die Frau aus Ignias Gefolge war ihr dabei aufgefallen. Sie hatte sie noch zuvor erst gesehen doch der zweite Schwanzhieb des Leviathans hatte sie arg mitgenommen und der Feuchtigkeit ihrer Haare nach zu urteilen war auch sie im Wasser oder an den Folgen der Kälte umgekommen. Mikasa biss sich auf die Unterluppe. Es hatte keinen Sinn darüber zu philosophieren ob es hätte verhindert werden können. Sie fühlte in diesem Moment nicht nur ihre eigene Trauer. Trotz der Feierlaune bestimmte hier die allgemeine Trauer den Takt. Und als solche war sie äußerst spürbar. Besonders für Personen die in diesem Moment sinnbildlich im Rampenlicht standen. Währenddessen gab Ignia den Verstorbenen ihre Ehre und bot. Schließlich war es an der Zeit Grabreden zu halten und Mikasa, die ja sowieso bereits in der Mitte stand beschloss das erste Wort zu erheben. Der Raum wurde still und die Augen waren alle auf sie gerichtet.
"Ich möchte diese kleine Rede mit den folgenden Worten beginnen: Ich habe keines der heutigen Opfer gekannt. Ich habe keinen von ihnen gekannt, aber ich habe mich für sie eingesetzt. Ich habe mich für sie eingesetzt so wie sie sich auch für mich eingesetzt haben. Wir haben alle Seite an Seite gekämpft und unser bestes gegeben um diesen Kampf zu gewinnen. Und das haben wir! Wir haben gewonnen weil sich unsere Kameraden selbstlos für uns eingesetzt haben, weil jeder mitgemacht hat. Sie alle haben dies aus Überzeugung getan, denn ich bezweifle, dass wir hier Gefangene halten. Und aus diesem Grund werde ich persönlich dafür sorgen, dass wir ihr heutiges Opfer nicht vergessen werden. Wir werden ihre Asche auf die Meere und in die Welt tragen - sinnbildich als auch in unseren Herzen." schloss sie ab und sprach damit noch einmal kurz an, dass sich niemand die Schuld dafür geben sollte. Mikasa mischte sich nun unter die Massen und hörte den anderen bei ihren Reden zu. Einige von ihnen waren wirklich den Tränen nahe und bedauerten das Ableben ihrer Freunde. Selbst Mikasa war ziemlich bedrückt, die ganze Stimmung ging ja nicht einfach so an ihr vorbei. Zum Abschluss dieser Zeremonie würde es ein großes Festmahl zur Feier des Sieges geben - selbstverständlich aus dem Fleisch des Leviathans. Aus der Küche war bereits ein guter Geruch zu vernehmen der Mikasa ziemlich interessierte. Nach all dem bekam man tatsächlich ziemlichen Hunger. So ging es vermutlich den meisten, aber sie hatten ja noch etwas zu tun hier. Aber es war gut zu wissen, dass auf einen schon etwas köstliches wartete.
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BeitragThema: Re: Erste Kontakte   Di Jun 27, 2017 2:59 pm

Nachdem Ignia mit ihrer kleinen Zeremonie, ihren Worten für die Gefallenen, fertig war, ging Mikasa dazu über, einige Worte zu sagen. Worte, welche wahrer nicht sein könnten. Sie hatten den Sieg nur aufgrund dieser Opfer davon getragen, egal wie man es drehte und wendete. Und auch wenn vielleicht der ein oder andere nicht viel zum Kampf selbst beigetragen hatte, so gab es auch diejenigen, welche die Leute, die nicht kämpfen konnten, evakuiert hatten. Es gab Heiler, die sich um die Verwundeten gekümmert hatten. Jeder hatte seinen Teil getan.
Vermutlich lebten alle hier stehenden nur deshalb, weil diese mutigen Männer und Frauen im Kampf gefallen waren. Eben deshalb erwies Ignia ihnen auch die letzte Ehre, indem sie ihre Erschöpfung unterdrückte und einfach nur dastand, das Haupt erhoben, die Augen voll von noch ungeweinten Tränen.
Nach Mikasas Worten schlossen sich schließlich auch die anderen Leute ihr an und sprachen ein paar Worte. Viele hatten hier Freunde verloren, doch restlos jeder hatte Kameraden verloren. Und selbst wenn diese Gruppierung eine dunkle Gilde war, so gab es doch einen grundlegenden Zusammenhalt, allein aufgrund der Struktur dieser Gruppierung. In Situationen wie dieser zeigte sich das nur noch mehr.
Als schließlich alle ihre Worte gesprochen hatte, der letzte in die Menge zurück getreten war, und man nun bereits die ersten Düfte eines Trauermahls aufnehmen konnte, trat Ignia erneut vor und ging erneut zu der jungen Frau, welche ihr größter Verlust war. Sie ging ein weiteres mal in die Knie, küsste sich selbst auf Zeige- und Mittelfinger und legte diese dann auf den Mund der Toten. Dann stand sie auf und salutierte auf Caelums übliche Art mit einer Faust aufs Herz.
"Du wirst mir fehlen ..."
Sie blickte zu ein paar kräftigen Männern, welche recht nahe standen, und winkte diese zu sich. Sofort taten sie, wie geheißen.
"Bringt die Gefallenen auf den Vorplatz und bahrt sie dort auf. Ich werde ihren Geistern mit meinen Flammen noch ein letztes Lebewohl wünschen."
Die Männer schienen nicht begeistert davon zu sein, dass sie trotz ihres Zustands noch weitere Magie verwenden wollte, doch Ignias feuchte Augen strahlten trotz allem vor Entschlossenheit.
"Tut es einfach, bitte. Für mich."
Auf diese simplen Worte hin konnte sich niemand mehr dagegen wehren, was sie wünschte. Man brachte die Toten auf den Vorplatz der Festung, wo man sie erneut in Reih und Glied platzierte, aufgebahrt und bereit für den letzten Abschied.
Und Ignia schritt jeden Leichnam nach dem anderen ab, salutierte und legte dann eine Hand auf die Stirn eines jeden Opfers dieses Tages. Eben diese, letzte Berührung, entzündete dann sowohl die Bahre, als auch die Leiche selbst, bis schließlich der Geruch verbrannten Fleischs in der Luft lag und der Rauch bis in den Himmel zog.
Sie hatte schon oft an den Begräbnissen großer Menschenmassen teilgenommen ... aber noch nie hatte sie sich dabei so persönlich betroffen gefühlt. Eben deshalb stand sie auch an der Spitze aller Anwesenden, wo sie bittere Tränen um die Opfer weinte. Und als die ersten der Toten zu Asche wurden, schnitt sie sich schließlich mit der Spitze ihrer Waffe selbst ein wenig in die Handfläche. Das Blut, welches heraus lief, wurde von ihrer Magie jedoch umgeformt, in seiner Existenz an sich verändert ... und ebenfalls zu Asche, welche sie dann mit einer Geste im Wind verteilte.
"Ein Teil von mir, wird immer bei euch sein.", hauchte sie, während die Flammen loderten und, zumindest Ignias Kultur entsprechend, jegliche Sünden reinigten, so dass die Toten im Nachleben nichts zu befürchten hatten.
Und schließlich, als die Flammen der ersten bereits nachließen, da es nicht mehr viel zu verbrennen gab, trat ein Mann in der typischen, roten Lederrüstung ihres Hauses neben sie und sagte, es wäre Zeit, die Toten ruhen zu lassen. Das Trauermahl war fertig ... doch Ignia war nicht in der Stimmung zu essen.
"Ihr dürft weg treten. Ich werde bleiben, bis auch die letzte Glut erloschen ist.", sagte sie nur. Der Mann salutierte und ging ins Innere, woraufhin einige ihm folgten. Auch wenn das Trauermahl vermutlich überall eine bedeutende Tradition war, hatte er augenblicklich verstanden, wie wichtig es für Ignia war, keinen Schritt von dieser Stelle hier weg zu machen, egal wie geschwächt sie war. Und das war sie.
Doch sie schuldete es jenen, die nicht das Glück hatten, noch zu atmen, so wie sie.

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